Expertenrat
Erben bekommen auch die Schulden

Da freuen sich Erben auf ein kleines oder großes Vermögen - statt dessen dürfen sie Schulden tilgen. Anders liegt die Sache, wenn man Vermächtnisnehmer ist. Anton Franz Steiner, Fachanwalt für Erbrecht in München, erklärt im Kurzinterview den Unterschied.

Herr Steiner, was ist der Unterschied zwischen Erben und Vermächtnisnehmern?

Der Erbe ist Rechtsnachfolger und übernimmt neben seinem Vermögensanteil gemäß Testament auch die Schulden des Verstorbenen. Vermächtnisnehmern steht dagegen nur ein bestimmter Wertgegenstand zu, ohne weitere Verpflichtungen.

Was gilt, wenn zum Erbe auch Schwarzgeld gehört?

Dann müssen die Erben die Steuerschulden für das gesamte Schwarzgeld plus Zinsen zahlen, auch wenn sie nur einen Teil davon erhalten. Der Vermächtnisnehmer bleibt unbehelligt.

Wer muss die Schulden übernehmen, wenn im Testament nicht klar zwischen Erben und Vermächtnisnehmern unterschieden wird?

Wenn jemand einen großen Teil des Vermögens erbt, etwa eine Immobilie, dann wird ihm das Nachlassgericht als Erben die Schulden zuschlagen. Wer dagegen nur einen kleinen Teil abbekommt, der wird in der Regel nur Vermächtnisnehmer. Es gibt aber keine klaren Quoten, den Richtern bleibt also ein Ermessensspielraum.

Wie verteilen sich die Schulden auf mehrere Erben?

Jeder Erbe muss für den Teil der Verbindlichkeiten geradestehen, der seinem Anteil am vererbten Vermögen entspricht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%