Externe Dienstleister
Neue Runde im Outsourcing

Wenn Unternehmen sich mit eigenem Personal um ihre PCs und Drucker kümmern, ist das oft nicht nur kompliziert, sondern auch teuer. Spezialisierte Konzerne wie Hewlett Packard (HP) nehmen ihren Großkunden weltweit diese Arbeit gerne ab – warum immer mehr Firmen externe Dienstleister mit der IT-Arbeit beauftragen.

DÜSSELDORF/STUTTGART. Gerade hat die Commerzbank ein weltweites Outsourcing-Abkommen mit dem US-Konzern abgeschlossen, um so die IT-Kosten zu senken. In den kommenden fünf Jahren übernimmt HP bei der Commerzbank das Management von 33 000 PC-Arbeitsplätzen und 12 000 Druckern. Die übernommenen Dienstleistungen reichen dabei von Infrastruktur-Services bis hin zum Management des kompletten Lebenszyklus der Desktop-Umgebung. Zusätzlich wird HP die dazugehörigen IT-Dienstleistungen sowie das E-Mail-System betreuen. Darüber hinaus will HP die 100 IT-Mitarbeiter der Commerzbank übernehmen.

Lohnen sich solche Aufträge?

Das Geschäft ist knallhart. HP hat offensichtlich die üblichen Verdächtigen aus dem Feld geschlagen. Das sind Unternehmen wie Fujitsu Services, IBM, T-Systems oder EDS. Über die Margen will HP bei dem Auftrag in dreistelliger Millionenhöhe bewusst nichts sagen. Aber für HP hat der Auftrag durchaus strategischen Charakter. Einmal handelt es sich um einen der größten Aufträge dieser Art in den vergangenen Monaten in Deutschland. Zum anderen kauft der Konzern mit den übernommenen Mitarbeitern wichtiges Know-how für das IT-Geschäft mit Banken. Gerade die Hoffnung auf Folgeaufträge von Banken dürfte der entscheidende Impuls für HP gewesen sein. Doch man muss abwarten, wie gut sich Mitarbeiter, die jahrelang in einer Bank beschäftigt waren, in einem IT-Unternehmen zurecht finden. Immerhin ist die Branche bekannt durch ihre rasanten Innovationsrhythmen. Nur wenn beides gelingt – Integration der neuen Mitarbeiter und Folgeaufträge aus der Finanzbranche – dürfte sich dieser Auftrag tatsächlich rechnen.

Wo liegen die Risiken beim IT-Outsourcing?

Das hängt stark vom Ausmaß ab. Zuerst einmal verliert das abgebende Unternehmen auf Dauer die Kompetenz in den betroffenen Bereichen. Bei Wartungs- und Beschaffungsfunktionen ist das unkritischer als bei der gesamten IT inklusive der Anwendungsentwicklung. Erst vor wenigen Tagen hat die Dresdner Bank große Teile der Software-Entwicklung an Atos Origin abgegeben. Generell sind auch die üblicherweise langfristigen Serviceverträge in der schnelllebigen IT-Welt mit Vorsicht zu genießen. Sind sie zu unflexibel, zahlt der Outsourcer schon nach wenigen Jahren wieder drauf. Vor allem, wenn sie Mitarbeiter übernehmen, lassen sich IT-Firmen das Risiko gut honorieren. Kommt es zu Problemen zwischen den neuen Partnern, kann das den Betriebsablauf im schlimmsten Fall erheblich behindern. Beispiele für geplatzte Outsourcing-Vorhaben gibt es immer wieder: Der britische Automobilclub The AA hat erst jüngst einen Siebenjahresvertrag über IT-Outsourcing mit IBM (Wert 50 Mill. Pfund Sterling) nach nur drei Jahren gelöst. Offiziell gibt es zu den Gründen keine Aussagen. Binnen zwölf Monaten soll das gesamte IT-Management jetzt wieder zurück ins Haus geholt werden, zitiert Computerwoche.de den AA-IT-Chef Trevor Didcock. Der Kölner IT-Dienstleister Arxes musste einen Vertrag mit BMW über den Betrieb von 36 000 PCs außerordentlich kündigen. Das Abkommen war 2006 mit einer Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen worden. Arxes wird jetzt fast 200 Mitarbeiter entlassen. BMW ist wieder auf der Suche.

Wer sitzt beim Outsourcing am längeren Hebel?

Auf lange Sicht der neue IT-Partner. Die Macht der IT-Dienstleister wächst mit der Konzentration, der Markt ist von starkem Wettbewerb geprägt. Nicht nur kleine und mittlere IT-Unternehmen, auch größere Spieler geraten unter Druck, wenn sie nicht im Konzert der internationalen Riesen mitspielen können.

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