Externe Qualitätskontrolle
Wirtschaftsprüfern läuft die Zeit davon

Der Countdown läuft: Wirtschaftsprüfer, die bis Jahresende keine Teilnahmebescheinigung an der seit 2001 eingeführten externen Qualitätskontrolle durch einen anderen Wirtschaftsprüfer erworben haben, dürfen keine gesetzlich vorgeschriebenen Abschlussprüfungen mehr durchführen.

DÜSSELDORF. Doch während die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften schon längst eine solche Bescheinigung über die Teilnahme am so genannten "Peer-Review" gemäß Paragraf 57a der Wirtschaftsprüferordnung in der Tasche haben, scheuen noch immer viele kleine Prüfungsgesellschaften und Einzelprüfer die Kosten und den Aufwand von mehreren tausend Euro, die ein Durchchecken ihres praxisinternen Qualitätssicherungssystems mit sich bringt.

Nach Schätzungen der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) werden bis Jahresende etwa 3 500 Praxen am Verfahren teilgenommen haben, in denen drei Viertel der gut 16 000 Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer tätig sind. Versagt wurden bisher zwölf Teilnahmebescheinigungen, in 104 Fällen wurden Auflagen und Nachprüfungen angeordnet. Das bedeutet, dass rund ein Viertel aller Berufsträger nicht an der externen Qualitätskontrolle teilnehmen und damit künftig das Recht verlieren wird, gesetzlich vorgeschriebene Jahresabschlussprüfungen durchzuführen. Wirtschaftsprüfer Dieter Ulrich, Präsident der WPK und Partner bei den Wirtschaftsprüfern von Dr. Röver & Partner, bestätigt: "Es wird zu einer Diversifizierung im Berufsstand kommen, weil es Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer mit und solche ohne Berechtigung zur Durchführung gesetzlicher Abschlussprüfungen geben wird."

Einer der Gründe für die Aufgabe der Prüfungstätigkeit liegt nach Ansicht vieler Prüfer im hohen Kostenaufwand für den Peer-Review, der neben anderen Kosten für Wirtschaftsprüfer umso schwerer ins Gewicht fällt, je geringer der Anteil der Abschlussprüferleistungen an den insgesamt angebotenen Dienstleistungen ist. Hinzu kommt, dass die berufsständischen Anforderungen an das interne Qualitätssicherungssystem für die großen Gesellschaften wie KPMG oder Pricewaterhouse Coopers mit mehreren tausend Mitarbeitern und riesigen Prüfungsteams konzipiert sind. Von einer notwendigen Anpassung der Standardvorgaben an die jeweiligen Verhältnisse der betroffenen Praxis sei bei der Detailanalyse der betreffenden berufsrechtlichen Vorschriften nichts mehr zu lesen, kritisiert Wolf Hoffmann, -Dieter Wirtschaftsprüfer bei der Prüfungsgesellschaft BDO.

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