EY-Studie
Jede vierte Firma leidet unter Betrug

Rund 26 Prozent der deutschen Manager haben in den vergangenen Jahren Betrugsfälle hierzulande erlebt. Damit findet sich Deutschland im EY-Ranking ganz weit unten. Auch Korruption ist noch ein Problem.
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FrankfurtJedes vierte Unternehmen in Deutschland ist einer Studie zufolge in jüngster Zeit Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden. 26 Prozent der Manager gaben in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung EY (früher Ernst & Young) an, dass in ihrem Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren ein Betrugsfall aufgedeckt worden sei. Mehr waren es nur in Ägypten, Nigeria, Namibia und Kenia. Weltweit waren im Schnitt zwölf Prozent der Firmen betroffen.

Für die „Global Fraud Survey“ hat EY weltweit mehr als 2700 Manager in 59 Ländern befragt, davon 50 in Deutschland. Weltweit halten demnach vier von zehn Firmenchefs, Finanzvorständen oder Chef-Juristen Bestechung in ihrem Land für weit verbreitet, auch in Westeuropa sieht jeder fünfte Befragte Korruption und Betrug als gängig an. In Italien sind es – wie im WM-Land Brasilien – sogar 70 Prozent. In Deutschland halten sechs Prozent solche Praktiken für verbreitet.

„Nach unserer Erfahrung ist das Problem der Korruption aber auch in deutschen Unternehmen noch lange nicht vom Tisch“, warnte der für Wirtschaftskriminalität zuständige EY-Experte Stefan Heißner. Gefährdet seien vor allem Unternehmen, die im Ausland tätig seien. Dort stünden sie unter Druck: Ohne illegale Zahlungen kein Auftrag – doch dann seien die Umsatzziele in Gefahr. In Griechenland (58 Prozent) und in China (46 Prozent) halten viele Manager Schmiergelder „im Notfall“ für gerechtfertigt.

In Deutschland wird der Studie zufolge von den Managern allenfalls verlangt, Verträge vor- oder rückzudatieren oder zum Dank für einen Auftrag für einen wohltätigen Zweck zu spenden. Mehr als ein Viertel von ihnen halte Einladungen an die Geschäftspartner für nicht anstößig, wenn es ihrem Unternehmen nutze. Schmiergelder seien dagegen hierzulande offenbar tabu. 96 Prozent der Manager in Deutschland gaben an, in ihrem Unternehmen gebe es Richtlinien gegen Korruption, weltweit sind es 82. In fast jeder zweiten deutschen Firma wurden der Erhebung zufolge interne Strafen für Verstöße dagegen verhängt, weltweit bei gut einem Drittel.

Besonders sensibel sind deutsche Manager laut der Studie beim Thema Computer-Kriminalität. 70 Prozent sehen darin eine Gefahr für ihr Unternehmen, weltweit sind es 49 Prozent. Angst haben sie vor allem vor Hackern. Fremde Staaten sehen 24 Prozent der Befragten aus Deutschland als potenzielle Internet-Spione, weltweit sehen das sechs Prozent so.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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