Fabrice Brégier
Eurocopter-Chef: Musterknabe auf Abruf

Geht es in der Airbus-Fertigung in Hamburg und Toulouse derzeit drunter und drüber, Eurocopter erhöht seine Prognosen für das laufende Jahr nach oben. Eurocopter-Chef Fabrice Brégier ist auf dem Sprung an die Airbus-Spitze.

PARIS. Der Mann behält gerne den Überblick. In seinem eleganten Pariser Büro schaut Eurocopter-Chef Fabrice Brégier vom Schreibtisch auf einen großen Plasma-Fernseher. Der Fußballfan nutzt die Riesenbildfläche nicht etwa zum Vergnügen: Nur sein E-Mail-Postfach flimmert überdimensional im Raum.

„Den hab ich von meinem Vorgänger so übernommen“, erklärt der Chef der hochprofitablen EADS-Tochter entschuldigend die ungewöhnliche Konstruktion. Wofür sein Vorgänger den Riesenfernseher brauchte, bleibt offen. Der Hausherr ist halt Pragmatiker . Und er ist der Musterknabe im deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS.

Geht es in der Airbus-Fertigung in Hamburg und Toulouse derzeit drunter und drüber, Eurocopter erhöht seine Prognosen für das laufende Jahr nach oben. Bangen die Flugzeugwerker in Deutschland und Frankreich derzeit um ihre Arbeitsplätze, Eurocopter kündigt an, in Donauwörth und Marseille in diesem Jahr 1200 neue Jobs zu schaffen. Schieben Deutsche und Franzosen sich beim Mutterkonzern gerne mal die Schuld in die Schuhe, fliegt die Hubschraubersparte einen Prestigeauftrag nach dem nächsten ein.

Es liegt nahe, dass EADS-Chef Louis Gallois den erfolgreichen Spartenchef für den Chefposten bei Airbus im Blick hat. „Brégier ist der kommende Mann“, heißt es schon lange bei der Muttergesellschaft EADS, dem viele es zutrauen, als Chief Operating Officer den trudelnden Flugzeughersteller wieder aufzufangen.

Dazu sind die Erfahrungen bei Eurocopter hilfreich. „Wir sind das Vorbild für europäische Zusammenarbeit“, sagt der 45-jährige Brégier selbstbewusst. Der Hubschrauberhersteller entstand bereits 1992 als Fusion zwischen MBB und Aerospatiale – acht Jahre vor der Gründung der Muttergesellschaft. Deutschland und Frankreich brauchten neue Kampf- und Transporthubschrauber. Die Aufträge sollten aber nur an die heimische Industrie gehen, wenn diese sich auch konsolidiert. Auf den Reißbrettern entstanden der schwere Kampfhubschrauber „Tiger“ und der mittelschwere Transporthelikopter „NH 90“. Und nach Anfangsschwierigkeiten fanden Deutsche und Franzosen zusammen.

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