Faktoren für den Berufserfolg
Logik wichtiger als Gefühle

Logisches Denken trägt nach Einschätzung des Psychologen Ralf Schulze mehr zum beruflichen Erfolg bei als emotionale Kompetenz. Die so genannte emotionale Intelligenz - die Fähigkeit, Gefühle zu erkennen und mit ihnen umzugehen - sei zwar ebenfalls wichtig, werde aber oft überschätzt.

HB/dpa BERLIN. Aus wissenschaftlicher Sicht sei unklar, welche Rolle emotionale Fähigkeiten jenseits von Persönlichkeit und allgemeiner Intelligenz spielten, sagte der an der Universität Münster lehrende Psychologe am Freitag bei einem Internationalen Symposium in Berlin.

Etliche populäre Bücher über emotionale Intelligenz entbehrten jeder Grundlage. „Sie behaupten, dass emotionale Fähigkeiten doppelt so wichtig sind wie die akademische Intelligenz. Das ist purer Nonsens.“ In den USA wählten Firmen ihre Mitarbeiter nach deren emotionaler Kompetenz aus, obwohl es noch keine verlässlichen Messinstrumente gebe.

Gleichwohl trügen emotionale Fähigkeiten sowie die praktische Kompetenz, Probleme zu lösen, zur Intelligenz eines Menschen bei. Diese Aspekte gelte es nun zu erforschen, sagte Schulze. „Emotional Begabte“ hätten es oftmals leichter. „Sie wissen, wann welche Gefühle angebracht sind.“ So sei es für einen Arzt ratsam, trotz guter Laune einen schwer kranken Patienten nicht grinsend zu begrüßen. Die Bedeutung der emotionalen Intelligenz hänge von den Anforderungen der Berufe ab. „Ein Psychotherapeut braucht mehr Einfühlungsvermögen als ein Programmierer.“

Beim „Internationalen Symposium über emotionale und praktische Intelligenz“, das von der Volkswagenstiftung gefördert wird, diskutieren bis zum Samstag rund 70 Psychologen aus aller Welt. Ziel ist es, solide wissenschaftliche Standards zur Erforschung dieser Persönlichkeitsmerkmale zu entwerfen. Nach Angaben der Veranstalter ist es die erste große Wissenschaftskonferenz in Deutschland zu diesem Thema.

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