Fall wie Infomatec hätte vor US-Gerichten gute Chancen
US-Manager haften nicht selbst

Ein Fall wie Infomatec hätte vor US-Gerichten gute Chancen. "Falsche Firmenmitteilungen können den Tatbestand des Finanzbetrugs nach Sektion 10 B-5 des US-Wertpapierhandelsgesetzes von 1934 erfüllen", sagt Anwalt Steven Thal von der Kanzlei Latham & Watkins in New York und Frankfurt.

tmo HB DÜSSELDORF. Häufig bündeln US-Anleger ihre Verfahren in Sammelklagen. Dabei wird ein Einzelfall stellvertretend für viele ähnliche Fälle verhandelt. Das senkt die Kosten und führt so zu weit mehr Prozessen als in Deutschland. Gut begründete US-Sammelklagen enden meist mit einer außergerichtlichen Einigung. Viele Unternehmen zahlen lieber eine Entschädigung, als ein Urteil mit einer womöglich noch höheren Strafe zu riskieren.

Allerdings zahlt bei US-Unternehmensprozessen oft nicht der verantwortliche Manager selbst. Häufig haftet dessen Arbeitgeber laut Arbeitsvertrag für Versagen im Dienst. Außerdem sind fast alle Vorstände großer US-Unternehmen über eine Managerhaftpflicht-Versicherung abgesichert. "Nur bei kriminellem Betrug, einem enger gefassten Straftatbestand, haftet der Manager persönlich", sagt Thal.

Knifflig ist - in den USA wie in Deutschland - der Nachweis für geprellte Anleger, dass ihr Schaden auf der falschen Firmenmitteilung beruht. "Der Kläger muss überzeugend darlegen, dass er sich beim Aktienkauf auf die Falschinformation verlassen hat", erklärt Anwalt Thal. Zudem muss die Information einen Sachverhalt betreffen, der für die Anlageentscheidung wichtig ist. In Amerika beurteilt eine Laienjury, ob diese Voraussetzung erfüllt ist.

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