Fallender Aktienkurs
Muss Zuckerberg die Macht bei Facebook teilen?

So ist es eben, wenn der Aktienkurs sinkt: Da kommt jeder Chef irgendwann ins Gerede. Selbst ein Mark Zuckerberg ist vor Rücktrittsforderungen nicht gefeit. Der Facebook-Gründer steht immer mehr in der Kritik.
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San FranciscoOhne Mark Zuckerberg wäre Facebook nicht da, wo es jetzt ist, sagen die Fans des Mitgründers des größten Social Networks der Welt. „Stimmt“, pflichten seine Kritiker mit einem Seufzen bei und schauen auf den Aktienkurs. Langsam, aber unaufhaltsam schraubt sich das Papier auf immer neue Tiefststände.

Am Dienstag markierte die Aktie einen neuen Tiefststand von 17,55 Dollar, nicht mal mehr die Hälfte des Ausgabekurses von Mitte Mai. Zur Beruhigung sagte der Konzernchef heute Nacht, dass er selbst mindestens zwölf Monate lang keine eigenen Anteilsscheine veräußern werde. Nach der Ankündigung stabilisierte sich die Aktie im frühen US-Handel bei rund 18,30 Dollar.

Dennoch: Bei anderen Unternehmen wäre intern längst schon mal die Führungsfrage gestellt worden. Ist es Zeit für Mark Zuckerberg zu gehen?

Ist also Zuckerberg, allgewaltiger Mitgründer und CEO, Chef des Verwaltungsrats und größter einzelner Aktionär, Teil des Problems, statt der Lösung? Ja, zumindest die Rolle des CEO sollte er abgeben, murren immer mehr Stimmen an Wall Street und sie haben gute Gründe.

Facebook braucht jetzt einen CEO, der oder die den Anlegern aktiv signalisiert, dass man sich um sie kümmert, ihre Sorgen und Probleme ernst nimmt. Dieser jemand ist nicht Zuckerberg, und er will es auch nicht sein. Er konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Produkte, nicht auf Investoren.

Und daraus, das muss man fairerweise sagen, hat er auch nie einen Hehl gemacht. Konsequent wäre es daher, wenn er den Posten des Chief Executive Officer aufgeben und sich auf die Produktentwicklung und seine Rolle als Verwaltungsratschefs konzentrieren würde.

Der Weg wäre frei für einen erfahrenen Unternehmenslenker, am besten mit Börsenerfahrung.

Ein Rücktritt Zuckerbergs als CEO wäre weder ohne Beispiel in der Branche, noch ehrenrührig. Als sich Google vom Studenten-Start-Up zum börsennotierten Giganten transformierte, traten die Gründer Larry Page und Sergey Brin einen Schritt zurück und hievten den Industrie-Veteranen und Anzugträger Eric Schmidt auf den Chefposten. Zusammen machten sie Google zu dem, was es heute ist: Weltmarktführer und hoch profitabel. Seit Anfang 2011 ist ein gereifter Larry Page wieder zurück als CEO.

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Situation anders als bei Apple

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  • ja, das ist er, er wußte wie man schnell reich wird.

  • Ich selbst halte nichts von Facebook; ziehe aber vor der Geschäftstüchtigkeit des Zuckerbergs den Hut. Sowas macht man nur einmal.
    Aber egal wie der Laden endet; sein Ding hat Zuckerberg gemacht. Fertig.

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