Management
Falsch angeworben: Boeing-Finanzchef muss gehen

Der Flugzeughersteller gab Finanzchef Michael Sears den Laufpass, nachdem dieser bei einer Einstellung gegen die Unternehmenspolitik verstoßen haben sollen.

HB CHICAGO. Der US-Flugzeughersteller zieht mit der Entlassung Konsequenzen aus der Untersuchung einer Arbeitsgruppe, die sich mit unethischem Verhalten von Mitarbeitern des Konzerns beschäftigt.

Der Konzern, zweitgrößter Militärausrüster in den USA, wirft Sears einen Verstoß gegen die Unternehmenspolitik bei der Einstellung der ehemaligen ranghohen Luftwaffenmanagerin Darleen Druyun vor, die von Boeing ebenfalls entlassen wurde. Druyun war bei der Air Force in führender Position im Einkauf tätig und wechselte dann zu Boeing, wo sie als Managerin in der Raketenabwehr-Sparte arbeitete. Das Unternehmen legt Sears zur Last, „direkt und indirekt mit Druyun über eine künftige Anstellung gesprochen zu haben, als diese noch in Funktionen für die Regierung tätig war, die auch Angelegenheiten von Boeing betrafen“. Das Unternehmen wisse nicht, ob die Regierung Schritte gegen Sears und Druyun oder Boeing selbst ergreifen werde. Die Entlassungen haben nach Angaben von Boeing-Chef Phil Condit nichts mit der finanziellen Verfassung des Unternehmens zu tun, die „weiterhin exzellent“ sei.

Weder Sears noch Druyun konnten zunächst für eine Stellungnahme erreicht werden.

Dem Konzern waren in diesem Jahr milliardenschwere Rüstungsaufträge entgangen, weil er im Bieterwettstreit illegal auf geheime Dokumente eines Konkurrenten zurückgegriffen hatte. Dabei ging es um den Bau einer Rakete, die Militärsatelliten ins All transportiert. Im Juli hatte Boeing den früheren Senator Warren Rudman beauftragt, eine unabhängige Prüfung der Geschäftspraktiken des Unternehmens zu leiten. Die nun bekannt gegebenen Entlassungen sind allerdings nach Angaben eines Konzernsprechers nicht Ergebnis des Rudman-Berichts, sondern Resultat firmeninterner Untersuchungen. Der Kurs der Boeing-Aktie notierte im New Yorker Vormittagshandel gegen den festeren Markttrend mit 1,4 % schwächer auf 38,33 Dollar.

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