Familie am Arbeitsplatz: Warum die Förderkriterien absurd sind

Familie am Arbeitsplatz
Warum Unternehmen in Kinder investieren

Warum die Förderkriterien absurd sind

Wer das Gelände von Mekra Lang betritt, stößt überall auf Kinderspuren. Vor der Stempelmaschine für die Fabrikarbeiter reihen sich die Kinderwagen, am Eingang kleben Micky-Mäuse. Jedes Jahr an Fasching ziehen verkleidete Kinder durch das Betriebsgelände, mit Musik, Konfetti und Gummibärchen.

Mit zehn Kindern fing es an, heute werden 89 Kinder zwischen sechs Monaten und zwölf Jahren im Frieda-Lang-Haus betreut. Neben der Krippe gibt es einen Kindergarten, eine Nachmittagsbetreuung für Schulkinder und seit Sommer 2010 auch eine private Grundschule mit Bioessen und Montessori-Pädagogik. Die Einrichtungen schließen nur über Weihnachten. Die Plätze sind so begehrt, dass auch Nicht-Firmenangehörige ihre Kinder zu Mekra Lang bringen, manche fahren 30 Kilometer weit.

Susanne Lang hätte gern noch mehr getan für die Familien - eine Million Euro wollte sie investieren, um das Frieda-Lang-Haus auf 120 Plätze aufzustocken. Doch an die Zuschüsse, mit denen der Staat den Bau von Kindertagesstätten unterstützt, kam Lang nicht heran.

Die benachbarten Gemeinden, die das Staatsgeld hätten beantragen müssen, stellten sich quer. Lang glaubt, dass sie keine Einrichtung in einer anderen Gemeinde fördern wollten, weil sie ja selbst Kindertagesstätten betreiben. Dass deren starre Öffnungszeiten und lange Betriebsferien für berufstätige Eltern ungenügend sind, zählte dabei nicht. Und ohne die Unterstützung der Kommunen gab es auch kein Geld vom Land.

„Die Förderkriterien sind absurd“, sagt Lang und meint jene Vorschriften, die darüber entscheiden, was bezuschusst wird und was nicht. Zum Beispiel der Speisesaal. In der geplanten Einrichtung sollten neben Kindergartenkindern auch Schulkinder versorgt werden - in einer gemeinsamen Kantine.

Wenn aber beide Gruppen dort essen, gibt es kein staatliches Geld, weil das nur für Kindertagesstätten vorgesehen ist. Das Gleiche gilt für die Toiletten und die Heizung. Lang wird wütend, wenn sie das erzählt: „Wir sind dabei, unser höchstes Gut, unsere Kinder, aufs Spiel zu setzen!“

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