Familie am Arbeitsplatz: Warum sich Kinderbetreuung auszahlt

Familie am Arbeitsplatz
Warum Unternehmen in Kinder investieren

Warum sich Kinderbetreuung auszahlt

Doch im Vergleich zu anderen Ländern ist das unternehmerische Engagement bemerkenswert: In Schweden, Dänemark oder Frankreich, wo das Betreuungsangebot für kleine Kinder groß ist, ist der Staat zuständig. In den Vereinigten Staaten, wo viele Mütter besonders schnell nach der Geburt in den Beruf zurückkehren, übernehmen private, oft sehr teure Anbieter die Betreuung der Kleinkinder.

Hiesige Unternehmen setzen darauf, dass sich ihr Engagement auszahlt. Eine Studie der Prognos AG kommt zum Ergebnis, dass sich Investitionen in familienfreundliche Maßnahmen wirtschaftlich rechnen. Für Firmen sind sie eine Chance, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern, die Bindung zum Unternehmen zu stärken, das Image zu verbessern.

Personalleiter berichten, dass Eltern, die ihre Kinder im Unternehmen gut betreut wissen, schneller aus der Babypause zurückkehren, seltener ausfallen und motivierter bei der Arbeit sind. Eine Untersuchung des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik der Universität Münster kommt gar zum Schluss, dass Mitarbeiter in familienfreundlichen Unternehmen mehr leisten.

Früher lockten die Firmen gute Leute mit Dienstwagen, Boni oder Aktienpaketen, inzwischen ist die Edel-Kita mit Wellness und Englischkurs, mit qualifizierten Erziehern und langen Öffnungszeiten ein wichtiges Argument im Vorstellungsgespräch.

Laut einer Studie für das Bundesfamilienministerium spielt für 91 Prozent der befragten Eltern zwischen 25 und 39 Jahren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine mindestens so wichtige Rolle wie das Gehalt. Drei Viertel würden für mehr Familienfreundlichkeit den Job wechseln. Und es sind längst nicht nur die Frauen, gerade jüngere Männer wollen Job und Familie besser ausbalancieren.

„Wir sind einfach viel entspannter, weil wir wissen, dass es unseren drei Kindern tagsüber gut geht und wir im Falle eines Falles auch schnell bei ihnen sein können“, sagt Henning Joswig, Projektleiter beim Essener Energiekonzern RWE. Morgens nimmt er die fünfjährige Paula und die zweijährigen Zwillinge Luis und Janne im Auto mit und begleitet sie ins Lumiland, manchmal singen die Kinder auf der Fahrt englische Lieder, die sie von den zweisprachigen Erziehern gelernt haben.


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