Familie Haub
Generationswechsel bei Tengelmann

Karl-Erivan, Georg und Christian Haub übernehmen beim Mülheimer Handelskonzern die Kapitalmehrheit. Seit längerem haben sie schon im operativen Geschäft das Sagen. Der 75-jährige Firmenpatriarch Erivan Haub mischt nur noch als Beiratsvorsitzender mit.

DÜSSELDORF. Im Mülheimer Handelskonzern Tengelmann übernimmt die fünfte Familiengeneration endgültig die Macht. Wie eine Unternehmenssprecherin Informationen des „Manager Magazins“ bestätigte, stocken die Brüder Karl-Erivan, 48, Georg, 46, und Christian, 43, ihre Beteiligung von je 16,66 auf je 31,33 Prozent auf. Im Gegenzug habe deren Vater Erivan Haub seine Beteiligung von 50 auf sechs Prozent reduziert.

Laut Creditreform wurden dem Senior allerdings schon vor sechs Jahren nur noch sechs Prozent direkt am Unternehmen zugerechnet. 50 Prozent hielt die Erbengemeinschaft seiner Mutter Elisabeth, einer Tochter der Mülheimer Unternehmerfamilie Schmitz-Scholl. Zu zwischenzeitlichen Umverteilungen der Unternehmensanteile konnte eine Sprecherin keine Auskunft geben.

Schon vor acht Jahren hatte Erivan Haub, der im vergangenen September seinen 75. Geburtstag feierte, in Mülheim das Steuer aus der Hand gegeben. Kurz zuvor hatte eine schwere Krise das 1867 gegründete Unternehmen erschüttert. Nur mit Mühe gelang es damals dem Sanierer Peter Zühlsdorff, den Handelskonzern mit seinen Vertriebsschienen Kaiser’s, Tengelmann, Plus, Kik und Obi wieder in Schwung zu bringen.

Am Ende übernahm Karl-Erivan Haub im Jahr 2000 die Unternehmensführung. Der Filius hatte sich allerdings drei Jahre zuvor mit seinem Vater verkracht, nachdem er in Mülheim die Verantwortung für das Europa-Geschäft übernommen hatte.

Auch Karl-Erivans Brüder arbeiten heute alle im Unternehmen. Seit Jahren schon bemüht sich Christian Haub in New Jersey als Chief Executive Officer (CEO), die angeschlagene US-Hypermarktkette A&P zu sanieren, an der sich Vater Erivan 1979 beteiligt hatte. Und auch Georg Haub, der früher lieber Antiquitäten restaurierte, als die Geschicke des Handelskonzerns zu steuern, steht inzwischen in Diensten von Tengelmann. Er ist verantwortlich für das Immobiliengeschäft.

Wie es in der Mülheimer Zentrale heißt, kümmert sich aber auch der Senior immer noch ums Geschäft – wenn auch nur noch als Beiratsvorsitzender. Gerüchte, nach denen Erivan Haub gesundheitlich angeschlagen sei, werden dort nachdrücklich dementiert.

Als Erivan Haub 1969 den 50-Prozent-Anteil an Tengelmann von seinem Onkel Karl Schmitz-Scholl übernahm, kam die Firma nur auf einen Erlös von 1,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2006/07 setzten dort 152 000 Mitarbeiter weltweit 24,5 Milliarden Euro um.

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