Familienministerin fordert Chancengleichheit
Mehr Töchter in die Firmenleitung

Bei der Übergabe von Familienunternehmen werden Töchter meist übergangen: Nur etwa jedes zehnte Firma werde von einer Frau übernommen, heißt es in einer Studie, die Familienministerin Ursula von der Leyen in Berlin vorlegte.

HB BERLIN. Dabei sind Töchter, wenn sie denn die Chance bekommen, der Studie zufolge ebenso erfolgreich als Geschäftsleiter wie Söhne. Die CDU-Politikerin forderte bessere Chancen für weibliche Familienmitglieder. So sind viele mittelständische Betriebe der Studie zufolge noch immer von patriarchalischen Strukturen geprägt. Nicht wenige Töchter gelangen demnach nur in Notfällen in die Geschäftsleitung. Dabei beeindruckten Frauen in leitenden Positionen oft durch ihren Führungsstil, heißt es weiter. "Töchter können Unternehmen genauso gut führen wie Söhne", sagte von der Leyen. "Sie sollten viel häufiger erste Wahl sein." Unternehmen müssten nach den Prinzipien der Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit übergeben werden.

94,5 Prozent der rund 3,2 Mill. Firmen in Deutschland sind Ministeriumsangaben zufolge Familienunternehmen. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung stehen in den kommenden fünf Jahren jährlich 70 000 Übergaben bevor. "Töchter sollten sehr viel frühzeitiger und nachdrücklicher ihren Anspruch auf eine Nachfolge erheben", sagte von der Leyen. Nur so hätten sie eine reelle Chance gegen Brüder oder Ehemänner. Aufgabe der Politik sei es, die Unternehmensnachfolge als spezielle Form der Existenzgründung auch für Frauen attraktiv zu machen.

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