Fehlberatung
Anlageberaterin muss Schaden ersetzen

Eine riskante Anlage eignet sich nicht als Altersvorsorge; eine Beraterin muss daher den Schaden ersetzen, den ein Anleger erlitten hat. Mit diesem Urteil stärkte das Landgericht München jetzt den Anlegerschutz.

Eine Anlageberaterin hatte einem Mann 1996 geraten, sich für seine Altersvorsorge an der mittlerweile insolventen Göttinger Gruppe zu beteiligen. Da sich das Investment alles andere als prächtig entwickelte, verklagte der Anleger seine Beraterin auf Schadensersatz. Schließlich habe sie ihm eine hochriskante atypisch stille Beteiligung aufgeschwatzt, obwohl er ausdrücklich sein Geld für die Altersvorsorge anlegen wollte.

Bei einer atypischen Beteiligung erhält der Anleger gegen eine Einlage einen Teil des Unternehmensgewinns. Allerdings ist er auch an den Verlusten der Gesellschaft beteiligt, mitunter sogar über seine Einlage hinaus. Hinzu kommt, dass die Forderungen eines atypisch stillen Gesellschafters im Falle einer Insolvenz nachrangig behandelt werden.

Mit Altersvorsorge im klassischen Sinne hat dies also wenig zu tun. Das Landgericht München folgte daher der Argumentation des Anlegers und verurteilte die Beraterin zu Schadensersatz in Höhe von 17 615 Euro (4 O 2028/06). Dies entspricht den Einzahlungen abzüglich der bereits erhaltenen Ausschüttungen und Steuervorteile. Allerdings muss der falsch beratene Anleger noch auf sein Geld warten, denn das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig.

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