Fehler des Landgerichts
Alles auf Anfang im Middelhoff-Prozess

Neustart in Essen: Weil das Landgericht es versäumt hat, eine Schöffin auf Befangenheit zu überprüfen, startet der Prozess gegen Thomas Middelhoff neu. Anklage und die Erklärung des Ex-Arcandor-Chefs werden wiederholt.
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Essen„Krank, oder?“ Thomas Middelhoff schüttelt den Kopf, als er zu den Journalisten kommt. Eigentlich sollte der Prozess gegen den früheren Arcandor-Chef seit einer Stunde laufen, doch stattdessen hat Richter Jörg Schmitt bereits die zweite Pause einberufen. Der Grund: Der Prozessauftakt muss wiederholt, die Anklageschrift noch einmal verlesen, das Statement von Middelhoff noch einmal vorgetragen werden – wegen eines Formfehlers des Gerichts.

Am vergangenen Dienstag hatte der Prozess gegen Middelhoff begonnen, dem 61-Jährigen wird Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Am zweiten Prozesstag sollte am Montag die Befragung des Angeklagten beginnen. Doch dazu kommt es nicht: Das Gericht hat einen entscheidenden Zeugen aus dem Zivilverfahren übersehen.

Selbst der Richter Jörg Schmitt guckt gequält, als er – eine halbe Stunde später als geplant – die Verhandlung eröffnet. Schon in der ersten Sitzung hatte er bekanntgegeben, dass eine Schöffin bei Karstadt als Assistentin des Vorstandsmitglieds Klaus Eierhoff gearbeitet hatte. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten eine mögliche Befangenheit der Schöffin ausgeschlossen, zumal die Tätigkeit schon mehr als 17 Jahre zurück liegt.

Am Montag nun muss der Richter einräumen, dass das Gericht erst nach dem ersten Verhandlungstag festgestellt hat, dass Klaus Eierhoff als Zeuge im Zivilprozess geladen war. Er war Mitautor der Festschrift gewesen, die Middelhoff auf Kosten von Arcandor abgerechnet haben soll.

Das Problem: Damit käme Eierhoff auch als Zeuge im Strafprozess infrage, die Schöffin könnte also bei einer Befragung befangen sein. Die Konsequenz: Der Verhandlungsauftakt muss wiederholt werden. „Das können jetzt wahrscheinlich nur Juristen verstehen“, sagt Richter Schmitt entschuldigend.

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  • Alles auf Anfang im Middelhoff-Prozess
    Was für ein dummes blödes Landgericht.
    Wäre er nicht ein prominenter Betrüger, hätte das Landgericht nicht alles wieder auf Anfang gestellt, was für eine Lachnummer.
    Dieses Landgericht sollte unbedingt einmal überprüft werden, ob die Damen und Herren Richter noch normal im Kopf sind, dieses Argument wegen einem Schöffen alles auf Anfang zu setzen, ist eine Verdummung der Öffentlichkeit, ein Schöffe ist kein Richter im herkömmlichen Sinn.

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