Fehlspekulationen im Aktienhandel
Gericht lädt Ex-WestLB-Chefs vor

Die WestLB wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Vor dem Düsseldorfer Arbeitsgericht wird es Anfang September voraussichtlich zum großen Showdown mit den ehemaligen Vorständen der angeschlagenen Landesbank kommen

DÜSSELDORF. Auf Antrag der Anwälte des früheren Leiters des WestLB-Eigenhandels, Friedhelm Breuers, der sich gegen seine Kündigung wehrt, wird das Gericht Ex-Vorstandschef Thomas Fischer als Zeugen laden. Auch die Ex-Vorstände Norbert Emmerich, Klaus Michael Geiger und Robert Stein sollen kommen.

Breuers war im April 2007 von der WestLB fristlos entlassen worden. Hintergrund sind Fehlspekulationen im Aktienhandel, die der Bank einen dreistelligen Millionenverlust einbrachten. Breuers und ein Mitarbeiter hatten mit Aktien und Optionen vergeblich darauf gewettet, dass sich Vorzugsaktien des Autobauers Volkswagen besser entwickeln als die VW-Stammaktien.

Die WestLB wirft Breuers vor, dass er gegen Weisungen des Vorstands verstoßen und Risikolimits überschritten habe. Breuers, der sich in die Rolle des Sündenbocks gedrängt fühlt, streitet ab, dass es diese Limits überhaupt gegeben habe. An drei Prozessterminen konnte das Gericht diesen Widerspruch bisher nicht auflösen.

Absolution versprechen sich Breuers und seine Anwälte nun von Ex-Bankchef Fischer und dessen früheren Kollegen. Der Hinweis von Richterin Heike Menche, dass sich der Prozess durch Vorladung neuer Zeugen noch lange hinziehen könnte, stimmte sie nicht um. "Wir können auf diese wichtigen Zeugen nicht verzichten", erklärte Breuers Anwalt Marc André Gimmy. Er setzt vor allem auf den ehemaligen Kapitalmarktvorstand Stein, der bereits bestätigt haben soll, dass es nie einen Limitbeschluss gegeben habe.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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