Felix Rimbach
Auf der Überholspur in Singapur

Felix Rimbach leitet das IT-Team von Daimler Financial Services in Singapur und hat nebenbei zwei Firmen gegründet. Multikulti erlebt der erst 28-jährige Berliner jeden Tag. Sein Einsatzgebiet umfasst Asien, Afrika und Australien.

Es ist Montag, der 25. Juli 2005. Felix Rimbach sitzt im Büro seines damaligen Chefs. Der baut sich vor ihm auf: „Wollen Sie nach Singapur oder nicht?“ Nicht einmal drei Minuten Zeit lässt man dem frisch gebackenen Absolventen für die Entscheidung, ob er den Job bei Daimler Financial Services im rund 10 000 Kilometer entfernten Inselstaat annehmen will. Sicher, er hatte mit seinem Chef schon vorher mal über den Inselstaat gesprochen, aber nur so zwischen Tür und Angel. Dass da eine Stelle frei wird, klar, das wusste Rimbach. Aber dass er die Stelle ...? Der Vertrag liegt unterschriftsreif in Asien.

Der 24-Jährige blickt aus dem Hochhausfenster auf seine Heimatstadt Berlin. Er sieht den Tiergarten und die Philharmonie. Der Sommer zeigt sich an diesem Tag im Juli 2005 von seiner besten Seite, die Sonne scheint, der Himmel ist blau, kein Wölkchen in Sicht. Temperaturen über 20 Grad kann Rimbach ab sofort jeden Tag haben. „Für mich gab es da wenig zu entscheiden“, sagt er heute. Klar wollte er. Er sagt: Ja. Und dann geht alles ganz schnell.

Keine drei Tage bleiben für den Umzug nach Singapur. Er kündigt im Sportverein, meldet den Handyvertrag ab, stellt seine Sachen beim Vater unter, verabschiedet sich von Freunden und Familie. Direktflüge nach Singapur sind längst ausgebucht, mit seiner Freundin Karine geht es am 27. Juli über Frankfurt und Istanbul nach Singapur. Ihre neue Adresse: ein Hotelzimmer. Am Tag nach der Landung tritt er die neue Stelle an.

Felix Rimbach führt ein Leben auf der Überholspur. Die schnelle Entscheidung für Singapur, die abrupte Abreise, dann direkt mit dem neuen Job losgelegt – für Rimbach eigentlich schon damals Business as usual und heute erst recht. Seit seinem Abitur ist er völlig ruhelos, macht ständig zwei Dinge gleichzeitig: Er studiert, gründet Firmen, ist angestellt, schreibt mit einem Freund einen 600-Seiten-Wälzer. Rimbach nutzt alle Möglichkeiten, die sich ihm bieten und schafft sich dazu noch eigene: national, international, ob als Angestellter oder Selbstständiger.

Mit erst 28 Jahren leitet er heute das IT-Team von Daimler Financial Services in Singapur. „Felix Rimbach lässt eindeutig ein hohes Maß an professioneller Leidenschaft, ausgeprägtes Unternehmertum und Umsetzungskompetenz sowie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, erkennen“, sagt Susanne Rausch, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung.

Rimbach ist damit ein typischer Vertreter der Spezies High Potential. Um solche künftigen Topleute zu finden und zu binden, treiben internationale Konzerne wie Daimler und Strategieberatungen wie McKinsey einen hohen Aufwand. Sie halten Kontakt mit Hochschulen, veranstalten mehrtägige Recruiting-Events, pflegen Netzwerke und übernehmen Studiengebühren.

Rimbach ist ein Selbstläufer. Sein erstes professionelles Praktikum macht er schon vor dem Studienstart – bei Merrill Lynch in New York. Während des Studiums zum Diplom-Betriebswirt arbeitet er für unterschiedliche Daimler-Landesgesellschaften, macht mal IT, mal Finance, mal Controlling. Er hat Projekteinsätze in Mexiko und Japan. Nebenbei – und obwohl er noch studiert und gleichzeitig für Daimler in Tokio arbeitet – schreibt er aus Langeweile mit einem Freund ein Buch über Soft Skills. Tokio sei einfach zu teuer gewesen, da habe er abends nichts unternehmen können, sagt Rimbach. Und damit nicht genug.

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