Fe´lix Tena
Das Geschäft mit der doppelten Eingangstür

Félix Tena ist in Spanien und Südamerika mit seiner Spielwarenkette Imaginarium erfolgreich – Jetzt kommt er auf den deutschen Markt

MADRID. Die Läden erkennt man sofort. Ein himmelblauer Rahmen umwölbt zwei Eingangstüren, die dicht nebeneinander liegen: eine niedrige für Kinder und eine etwa doppelt so große für Erwachsene. Kinder dürfen drinnen alles ausprobieren: von Holzspielsachen über Plüschtiere, fantasievolle Faschingskostüme bis zum Windrad, mit dem die Kleinen selbst Strom erzeugen können.

Félix Tena, der Gründer und Chef der spanischen Spielwarenkette Imaginarium, schaut ihnen dabei gerne zu. Der 46-Jährige, sportlich gekleidet in weißer Hose und offenem Hemd, hat die Läden in Südeuropa und Lateinamerika zu einem Begriff für anspruchsvolles Spielzeug gemacht. Imaginarium erreichte in 30 Ländern im vergangenen Jahr mit 1500 Mitarbeitern und 340 Läden einen Umsatz von rund 90 Millionen Euro. Der deutsche Spielwarenverbund Vedes kommt mit 1150 Läden auf 520 Millionen Euro Umsatz.

Jetzt steigt Tena in den deutschen Markt ein. Imaginarium hat den Internetanbieter Familynet gekauft, der über sein Portal „Hörbie“ die fantasievollen Produkte anbietet. Und im nächsten Jahr will Tena den ersten Laden hierzulande in Süddeutschland eröffnen.

Die Frage, wie alles begann, lässt ihn auffahren: „Ich dachte, wir sprechen über Imaginarium in Deutschland.“ Von Tenas Ungeduld weiß auch ein Beamter der Regionalregierung von Aragón zu berichten, der früher bei einer Spedition für Imaginarium arbeitete. „Einmal hat etwas nicht funktioniert, da wurde mir gesagt: ,Jetzt kommt der Chef.' Er kam, hat sich fürchterlich aufgeregt und war ziemlich arrogant.“

Doch dann erzählt der Chef, wie Imaginarium entstand. Schon mit 21 Jahren gründet Tena, der immer schon vom Spielen fasziniert war, in Saragossa im Nordosten Spaniens sein erstes Spielzeugunternehmen, den Hersteller Publijuegos, und entwickelt eine Art spanisches Monopoly. Nebenher studiert er BWL an der Eliteuni ESADE in Barcelona sowie in Ohio. Doch bald ist er es leid, sich mit Marketing- und Vertriebsabteilungen herumzuschlagen, wo „der eigene Wert des Produktes nichts zählt und ein Spielzeug so behandelt wird wie Senf.“ Ende der 80er-Jahre verkauft er deshalb Publijuegos und verabschiedet sich von der eigenen Herstellung: Seine neue Firma Step Two, aus der „Imaginarium“ hervorgeht, konzentriert sich seitdem auf den Vertrieb. „Jetzt machen wir Design, Entwicklung und suchen weltweit die besten Orte, um die Sachen herzustellen“, sagt Tena, zum Beispiel in China, Spanien und Deutschland. Tena hat den Anspruch, hohe Qualität und Sicherheit zu garantieren sowie die Entwicklung der Kinder zu fördern.

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