Ferdinand Porsche
Geniale Ideen, wenig Geld

Ferdinand Porsche war ein begnadeter Konstrukteur - aber kein guter Kaufmann. Finanznöte waren für den Porsche-Clan daher schon in den dreißiger Jahren an der Tagesordnung. "Er war eine Kapitalvernichtungsmaschine," schrieben Biographen.

STUTTGART/HAMBURG. Immer wieder hat er seinen Job gewechselt, in der Regel nicht ganz freiwillig. Er arbeitet bei der Österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft in Wien, bis er nach einem heftigen Krach mit seinen Vorgesetzten aus dem Unternehmen fliegt. Er geht zu Daimler nach Stuttgart und scheidet auch dort nach einem juristischen Streit aus. Er wechselt zu den Steyr-Werken in Österreich. Auch dort bleibt er nicht lange.

Stets ist es derselbe Grund, warum der Mann sich eine neue Stelle suchen muss. Er sprengt das Budget, er gibt deutlich mehr Geld aus, als er soll. "Der Herr Konstrukteur war eine Kapitalvernichtungsmaschine", werden Biografen später über ihn schreiben - über Ferdinand Porsche, den Perfektionisten, den genialen Erfinder, einen der ganz Großen der Automobilgeschichte, ohne den es weder Porsche noch Volkswagen gäbe.

Ferdinand Porsche macht sich schließlich selbstständig. Ende 1930, im Alter von 55 Jahren, gründet er ein Konstruktionsbüro. Am 25. April 1931 wird das Unternehmen "Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH, Konstruktionen und Beratungen für Motoren und Fahrzeugbau" mit Sitz in Stuttgart im Firmenregister eingetragen.

Es wird ein schwieriger Start. Das Unternehmen arbeitet am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Das liegt nicht an der Wirtschaftskrise allein, die die Welt in den 30er-Jahren im Griff hat. Es ist auch Porsches Suche nach der perfekten Lösung, es sind seine ständigen Verbesserungen, die Geld kosten, viel Geld. Das Unternehmen kämpft mit massiven finanziellen Problemen.

Doch Porsche findet eine Lösung - mit Hilfe seiner Mitarbeiter. Sie besorgen Kredite, verzichten auf ihr Gehalt, unterstützen die Firma mit eigenem Vermögen. Das belegen bisher unveröffentlichte Dokumente, die dem Handelsblatt vorliegen.

Ferdinand Porsche meistert die Krise. Es wird nicht die letzte sein, die ein Unternehmen des Porsche-Clans durchschüttelt. Seit dem vergangenen Jahr kämpft der Sportwagenbauer Porsche, dessen Wurzeln auf Ferdinand Porsches Konstruktionsbüro zurückgehen, mit akuten Finanzproblemen. Schulden von gut zehn Milliarden Euro hat das Unternehmen. Der Preis, den Porsche dafür voraussichtlich zahlt, wird ein hoher sein: Der Konzern verliert wohl seine Eigenständigkeit.

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