Fernando Conte
Spanier stärken Iberia-Chef

Fernando Conte hätte in den vergangenen sechs Monaten genug Gründe gehabt, seine stets freundliche und unverbindliche Art abzulegen. Der Chef der führenden spanischen Fluggesellschaft, mit dem sympathischen Lächeln, hatte die Iberia zum Verkauf angeboten. Was dann kam, waren Interessensbekundungen – bisher war kein verbindliches Angebot dabei. Doch sein Langmut könnte sich am Ende jetzt auszahlen.

DÜSSELDORF. Während sich die Gringos wie British Airways und Deutsche Lufthansa weiter zieren, formieren sich die Spanier selbst. So hat die spanische Sparkassenkette Caja Madrid der Großbank BBVA ihren Anteil von knapp sieben Prozent abgenommen. Der Preis soll spanischen Presseberichten zufolge 239 Mill. Euro betragen. Damit verfügt Caja Madrid insgesamt über 17 Prozent des Iberia-Kapitals und löst British Airways mit knapp zehn Prozent Anteil als größten Aktionär ab. Mit Caja Madrid könnte der Einfluss der spanischen Iberia-Interessenten steigen, für die der ehemalige Inditex-Manager José María Castellano und der Ex-Iberia-Chef Javier de Salas stehen. Sie wollen verhindern, dass der ehemalige Staatsflieger in ausländische Hände fällt, und hatten erklärt, die Caja Madrid auf ihre Seite ziehen zu wollen.

Anders als die auch zum Verkauf stehende Fluggesellschaft Alitalia ist die Iberia aufgrund ihrer Marktführerschaft auf den Strecken Europa-Süd-/Lateinamerika für Europas führende Fluggesellschaften Air France-KLM, Deutsche Lufthansa und British Airways strategisch interssant. Allerdings ist die Situation durch ein Verkaufsrecht von British Airways festgefahren. Seit Monaten versuchen die Briten zusammen mit dem Finanzinvestor Texas Pacific Group (TPG) die Finanzierung der Übernahme zu klären. Bis zu 3,4 Mrd. Euro wollen sie mündlichen Zusagen zufolge zahlen. Auch Air France-KLM und Lufthansa haben Interesse signalisiert, warten jedoch darauf, dass die Briten und TPG ihre Karten auf den Tisch legen. Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber sagte mehrmals, Iberia sei schlicht zu teuer.

Der spanische Vorstoß kommt für Conte, der vom Verwaltungsrat vor sechs Monaten ein Mandat zum Verkauf erhielt, zur rechten Zeit – die steigenden Kerosinpreise machen der Fluglinie schwer zu schaffen. Und die ausländische Billigkonkurrenz drückt auf die Preise. Größte ausländische Fluglinie in Spanien ist Air Berlin.

Tanja Kewes
Tanja Kewes
Handelsblatt / Chefreporterin
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