Fiat-Chef Marchionne geht 2018
„Let some of the young punks do it“

Macher mit Rucksack und Pullover: Sergio Marchionne will in vier Jahren als Fiat-Chef abtreten. Bis zu seinem Rücktritt hat er aber noch einiges zu tun. Er hat sich viel vorgenommen.
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TurinFiat-Chef Sergio Marchionne will sein Amt Ende 2018 niederlegen. „Ich werde zweifellos etwas anderes machen“, sagte der 62-jährige Vorsitzende der Fiat Chrysler Automobiles (FCA) dem Magazin „Bloomberg Businessweek“.

„Ich werde nicht noch weitere Turn Arounds machen“, sagte Marchionne, „Ich bin fertig. Lasst ein paar junge Leute das machen.“ („Let some of the young punks do it“).

Über die nächsten vier Jahre läuft noch Marchionnes großer Plan, den angeschlagenen italienischen Autobauer durch den Zusammenschluss mit der US-Tochter Chrysler zu neuem Erfolg zu führen und den Gewinn zu verfünffachen.

An diesem Sonntag soll die Fusion der beiden Autobauer endgültig über die Bühne gehen, einen Tag später werden dann die Aktien des neuen Weltkonzerns erstmals an den Börsen in New York und Mailand gehandelt.

Um sein Ziel zu erreichen hatte Marchionne radikale Reformen eingeleitet, die Fusion mit der US-Tochter Chrysler durchgesetzt und es geschafft, dass der traditionsreiche Turiner Großkonzern seinem Heimatland Italien den Rücken kehrt - eine Revolution. Zuletzt leitete Marchionne den Führungswechsel bei Ferrari ein. Am Montag übernimmt er den Chefposten bei der Fiat-Tochter und löst damit Präsident Luca di Montezemolo ab. In vier Jahren will Marchionne den Gewinn verfünffachen, dann sieht er seine Mission als erfüllt an.

Mit seiner knallharten Überlebensstrategie hat sich Marchionne in Italien jedoch nicht nur Freunde gemacht. Sein Ehrgeiz, sein Durchsetzungsvermögen und seine Erfolge werden zwar durchaus anerkannt, doch gleichzeitig bereiten seine Kompromisslosigkeit den Italienern auch Kopfzerbrechen. Vor allem der Umzug des neuen Konzerns FCA (Fiat Chrysler Automobiles) nach London traf viele seiner Landsleute hart.
Der 1952 in den Abruzzen geborene Marchionne ist Italiener mit kanadischem Pass, er hat in Toronto studiert. Nach mehreren Stationen bei Verpackungsfirmen kam der Anwalt und Wirtschaftsprüfer 2004 zu Fiat. Marchionne ist für seine markigen Worte bekannt - und für sein unkonventionelles Auftreten: Auch bei geschäftlichen Anlässen trägt er meist Pullover und Rucksack statt Anzug und Aktentasche.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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