Finanz-Affäre in Japan
Fukui steht neuer Ärger ins Haus

Der Druck auf Japans Notenbankchef Toshihiko Fukui in der Finanz-Affäre lässt nicht nach. Inmitten neuer Umfrageergebnisse, nach denen sich die Japaner einen Rücktritt Fukuis wünschen, sind weitere möglicherweise belastende Details über dessen private Finanzlage bekannt geworden.

HB TOKIO. Fukui wird vorgeworfen, über Jahre gut an einer Beteiligung an einem dubiosen Fonds verdient zu haben, in den er vor seiner Zeit als oberster Zentralbanker Japans Geld gesteckt hatte. Wie aus einem Bericht des Notenbankchefs an das Parlament nun hervorging, besaß Fukuis Frau zudem Aktien eines Unternehmens, an dem der umstrittene Fonds Mehrheitseigner war. Die Finanzmärkte deuteten dies als Anzeichen, dass Fukui weiterer Ärger ins Haus steht. Der Yen gab daraufhin am Dienstag nach.

Fukui, der sich bereits mehrmals für sein Investment entschuldigt hat, kann nur nach einer Verurteilung wegen einer Straftat oder bei schwerer Krankheit entlassen werden. In der Vergangenheit hatte die Regierung von Ministerpräsident Junichiro Koizumi ihm stets den Rücken gestärkt. Am Markt hielten sich jedoch jüngst Gerüchte, Fukui könne angesichts des wachsenden öffentlichen Drucks zurücktreten. Auch Oppositionsparteien hatten ihn zu dem Schritt aufgefordert.

Behördenangaben zufolge haben Fukuis Investments nicht die Regelungen der Bank von Japan verletzt. Fukui ist ein renommierter Notenbanker, ein Rücktritt würde die Landeswährung Yen Analysten zufolge belasten.

Das Institut Asahi veröffentlichte eine am Wochenende erhobene Umfrage, nach der 67 Prozent der Japaner eine Ablösung Fukuis begrüßen würden. Lediglich 25 Prozent der Befragten sprachen sich für einen Verbleib des Notenbankers im Amt aus. 70 Prozent glauben, dass die Bank von Japan wegen der Affäre an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat.

Wie aus dem Bericht an das Parlament hervorging, lag das private Vermögen Fukuis Ende März bei umgerechnet 2,5 Millionen Dollar - das ist höher als das von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Dessen Vermögen wird Dokumenten zufolge auf 953 000 bis 2,12 Millionen Dollar geschätzt.

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