Finanzbranche
Der Hoffnungsträger

Alexander Freiherr von Uslar wechselt von der DAB Bank zur HRE. Der Posten des Finanzvorstands war lange vakant. Die HRE zählt nicht mehr zu den attraktivsten Adressen, auch weil die Gehälter bei dem Immobilienfinanzierer wegen der Staatshilfe gedeckelt werden. Von Uslar soll Ruhe in die HRE bringen.

MÜNCHEN. Bei der DAB Bank, hat Alexander von Uslar kürzlich angemerkt, fühle er sich weiterhin pudelwohl. Die Direktbank sei in der Finanzbranche ein "kleines Schnellboot zwischen den großen Tankern". Nun aber heuert der DAB-Vorstand doch bei einem der großen Schiffe an - noch dazu bei einem, das leckgeschlagen ist. Als neuer Finanzvorstand der Hypo Real Estate soll der 42-Jährige helfen, den Immobilienfinanzierer nach der Verstaatlichung in ruhigeres Fahrwasser zu bringen.

Der Posten war seit Ende 2008 vakant. CFO Markus Fell musste nach dem Beinahe-Zusammenbruch der Bank seinen Hut nehmen. Ein Nachfolger war nur schwer zu finden. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer gehört nicht mehr zu den attraktivsten Adressen - und das nicht nur, weil die Gehälter wegen der Staatshilfe gedeckelt werden.

So zeigte sich HRE-Chef Axel Wieandt denn auch erleichtert, dass mit von Uslar ein "im Bankgeschäft erfahrener CFO" gewonnen werden konnte. Bei der DAB Bank lassen sie Uslar nur schweren Herzens ziehen. Schließlich ist die DAB Bank unter seiner Mitführung vergleichsweise glimpflich durch die Finanzkrise gekommen. Er bedaure den Weggang, kommentierte der DAB-Aufsichtsratsvorsitzende und HVB-Chef Theodor Weimer den Schritt von Uslars.

Vom Typ her passt der neue Finanzvorstand zu dem Stil, der seit dem Amtsantritt von Axel Wieandt bei der HRE eingekehrt ist. Er ist ein Bankmanager der eher unprätentiösen Art. Als freundlich-bestimmt beschreiben seine Mitarbeiter den Vater von drei Kindern. Er habe wohl nach zehn Jahren DAB doch einmal eine neue Herausforderung gesucht.

Beim Börsengang der Direktbank im Jahr 1999 war der Jurist bereits als Berater an Bord. Ein Jahr später wechselte er dann fest zu dem Institut und rückte rasch in den Vorstand auf. So erlebte von Uslar unmittelbar Aufstieg und Euphorie der New Economy und den anschließenden Absturz. Schaden kann diese Erfahrung bei seinem neuen Arbeitgeber nicht.

Geographisch wechselt von Uslar von einem Rand des Finanzplatzes München an den anderen. Dass er im Raum München bleibt, dürfte von Uslar durchaus zupass kommen. In seiner Kindheit zog die Familie berufsbedingt rund ein Dutzend mal im In- und Ausland um. Da ist man froh, irgendwann einmal angekommen zu sein.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
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