Finanzbranche
Der Strippenzieher

Walter Kielholz kam von der Swiss Re, als er 2003 zum Verwaltungsratschef bei der Credit Suisse aufstieg. Jetzt macht der Schweizer, der sich wie niemand sonst in der Schweizer Finanzwelt zurecht findet, die Rolle rückwärts: Der 58-Jährige wird neuer Verwaltungsratspräsident bei der Swiss Re.

ZÜRICH. Als Walter Kielholz 2003 zum Verwaltungsratschef bei der Credit Suisse aufstieg, rückte er seine neue Rolle gleich von Anfang an ins rechte Licht: "Ich bin Kapitän und nicht Feuerwehrkommandant", erklärte der passionierte Segler. Damals kam Kielholz vom Rückversicherer Swiss Re, wo er zuvor fünf Jahre lang als Vorstandschef die Geschäfte geführt hatte. Jetzt macht der 58-jährige Schweizer die Rolle rückwärts. Ab dem 1. Mai wird Kielholz neuer Verwaltungsratspräsident bei der Swiss Re und tritt bei der Credit Suisse zurück ins Glied.

Das "Job-Hopping" zwischen zwei der größten Finanzkonzerne der Schweiz sagt nicht nur viel über den Strippenzieher Kielholz, es spricht auch Bände über die "Swiss Connection" - jener Seilschaft von elitären Eidgenossen, die es offiziell nicht mehr gibt, die aber immer noch die Geschicke der Alpenwirtschaft bestimmt. Gerade in der Not rücken die Schweizer noch enger zusammen. So ist es kein Zufall, dass Kielholz, sein Vorgänger bei der Credit Suisse, Peter Forstmoser, und auch sein Nachfolger bei der Credit Suisse, Hans Ulrich Doerig, über den Rotary Club eng verbunden sind. Ins Bild dieser Eidgenossenschaft passt auch der neue Verwaltungsratschef der UBS, Kaspar Villiger. Der ehemalige Bundesrat gehört nicht nur wie Kielholz und Doerig zum Freundeskreis der Freisinnigen (FDP), sondern war bis vor kurzem auch noch Verwaltungsrat bei der Swiss Re.

Keiner aber spielt das Schweizer "Power-Play" so geschickt wie Kielholz. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen startete "Killi" seine Karriere beim amerikanische Rückversicherer General Re. Als Versicherungsspezialist wechselte er später zur Schweizerischen Kreditanstalt (Vorgängerin der Credit Suisse) und wurde dort Büronachbar des heutigen Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann. Steil nach oben ging es dann ab 1989 bei der Swiss Re.

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