Finanzchef: Contis Interimsmanager

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Contis Interimsmanager

Gérard Cordonnier ist neuer Finanzchef des Autozulieferers Continental. Ob der gebürtige Belgier Grund zum Feiern hat, ist angesichts der massiven Krise des MDax-Konzerns fraglich. Vorerst wird Cordonnier das Amt nur kommissarisch leiten – die Suche nach einem externen Manager läuft weiter.

HAMBURG. Demnächst begeht der Betriebswirt und Jurist zwar sein 30-jähriges Firmenjubiläum. Doch in der langen Geschichte des Autozulieferers und Reifenproduzenten startete kein Jahr so turbulent wie dieses. In Hannover wächst die Verunsicherung Woche für Woche: Kaum scheint der erbitterte Streit mit Großaktionär Schaeffler um die Macht am Wochenende beigelegt, zeigt sich, wie dünn die Kapitaldecke des Unternehmens ist – ohne Hilfe des Staats scheint ein Happy End kaum mehr möglich.

Als Folge des verlorenen Wettrennens mit Technikvorstand Karl-Thomas Neumann um den Chefsessel wechselt Finanzchef Alan Hippe Ende Februar zum Stahlkonzern Thyssen-Krupp. Dann wird Cordonnier Contis neuer Zahlendreher, teilte Neumann den Mitarbeitern gestern per Mail mit. Zu beneiden ist der 52-Jährige um den Job nicht: Die Niedersachsen stecken bis zum Hals in Schulden, die Kreditwürdigkeit ist im Keller. Schaeffler geht es nicht besser.

Vielleicht ist das Sprachtalent – neben Französisch und Deutsch spricht der überzeugte Europäer Englisch und Niederländisch – am Ende sogar froh, vorerst nur kommissarisch verantwortlich zu sein. Die Suche nach einem externen Manager laufe jedenfalls weiter, heißt es.

Sollte Cordonnier sich bewähren, könnte er aber länger Finanzchef bleiben. In jedem Fall behält er sein Büro in Regensburg und kümmert sich weiter um die Finanzen der Sparte Interior.

Am Abend stopfte Neumann noch ein weiteres durch Hippes Abgang verursachtes Loch: Ab 1. März lenkt Nikolai Setzer Contis Pkw-Reifensparte zusätzlich zu seiner Aufgabe als Chef des europäischen Pkw-Reifen-Ersatzgeschäfts. Berichten wird er erst einmal an Lkw-Reifen-Vorstand Hans Joachim Nikolin. Dem Wirtschaftsingenieur Setzer trauen Unternehmenskreise noch weitere Schritte zu. Der 37-Jährige gilt als ebenso analytischer wie angenehmer Manager.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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