Finanzchef Hans Dieter Pötsch

Volkswagens geradliniger Zahlendreher

Hans Dieter Pötsch gilt in VW-Unternehmenskreisen als heißer Kandidat für die Interimsnachfolge von Vorstandschef Winterkorn. Der könnte einmal auf Chefaufseher Piëch folgen. Der Patriarch schätzt Zahlenmann Pötsch.
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VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch (Mitte) mit Piëch (l.) und Winterkorn: Offene Rechnungen oder gar Unsicherheiten schätzt der Zahlenmann wie Bauchweh. Quelle: dpa

VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch (Mitte) mit Piëch (l.) und Winterkorn: Offene Rechnungen oder gar Unsicherheiten schätzt der Zahlenmann wie Bauchweh.

(Foto: dpa)

HamburgWer ist der groß gewachsene, sich kerzengerade haltende Mann, der Unternehmenskreisen zufolge als Interimsnachfolger von Volkswagens Vorstandschef Martin Winterkorn bereit steht, sollte der einmal Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch beerben? Hans Dieter Pötsch ist Österreicher. Seine 62 Jahre sieht man ihm nicht an. Der stets korrekt gekleidete Wirtschaftsingenieur lotst den Dax-Konzern seit 2003 als Finanzchef an den Klippen komplizierter Transaktionen wie der Porsche-Übernahme vorbei.

Dass er als heißester Kandidat für das Spitzenamt in Wolfsburg für den Fall der Ablösung des inzwischen 76-jährigen Piëch gilt, war nicht immer selbstverständlich. Um ein Haar hätte der Chefaufseher den Finanzchef im Jahr 2006 abberufen – im Zuge des Machtwechsels vom ungeliebten VW-Chef Bernd Pischetsrieder, der Pötsch aus gemeinsamen Zeiten bei BMW kannte, zu Piëchs Ziehsohn Winterkorn.

Am Ende durfte Pötsch auf Bewährung bleiben – und stellte fortan unter Beweis, wie unschätzbar er für Europas größten Autobauer ist. Als Vorstandschef müsste er sich in dem technikverliebten Konzern mehr von seiner technischen Seite zeigen. Zugute kommt ihm seine einschlägige Industrie-Erfahrung. Sein Berufsleben startet Pötsch vor 30 Jahren beim Konkurrenten BMW. Als er München acht Jahre später verlässt, hat er sich als Chef des Konzerncontrollings erste Meriten verdient.

Der Erfolg der nächsten Stationen an der Spitze der Werkzeug- und Drehmaschinenspezialisten Trumpf und Traub sowie des Zulieferers Dürr ist durchwachsen. Er sei ein idealer zweiter Mann, aber eben kein Unternehmenschef, berichteten frühere Weggefährten aus der Zeit in Baden-Württemberg. Seine Erfahrungen an der Spitze nützen Pötsch aber bei Volkswagen. Er denke auffallend unternehmerisch, heißt es in Wolfsburg.

Leistung scheint dort keine Frage des Alters zu sein: Vergangenes Jahr stattete der Aufsichtsrat des Autobauers Finanzchef Pötsch mit einem Vertrag für weitere fünf Jahre aus. Der kühl kalkulierende Österreicher wird dringend gebraucht, um Volkswagen weiter geschickt zu refinanzieren. Konzernchef Martin Winterkorn verlässt sich in solchen heiklen Fragen auf seinen Finanzchef, würdigt dessen Sachkenntnis und Loyalität. Und auch in Salzburg, der Heimat von Chefaufseher Ferdinand Piëch, wird Pötsch längst geschätzt.

Kein Apparatschik, sondern ein Teamspieler
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7 Kommentare zu "Finanzchef Hans Dieter Pötsch: Volkswagens geradliniger Zahlendreher"

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  • Sicher!
    Auf welchem Abstellgleis steht der gerade noch mal?

  • "Geld kann man nicht fressen"
    Stimmt! Aber kann man Autos und Technik fressen?

    Schon mal drüber nachgedacht wer das nötige Kapital heranschafft, damit die Techniker ihre Basteleien überhaupt machen könne? Sicher nicht.
    Typisches schwarz weiss denken was sie da verbreiten.

  • Zahlendreher hin oder her, das Zukunftsproblem von VW und allen übrigen Auto- Herstellern in Deutschland sind die viel zu hohen Steuern und Abgaben an die deutsche Beamten- Mafia. Dadurch sinkt die Wettbewerbsfähigkeit immer weiter ab. Ohne Produktion in Ost-Ländern wie Ungarn oder Rumänien - oder gar China- geht nichts mehr. Die Steuern und Abgaben müssen endlich runter, sonst wird auch diese deutsche Schlüsselindustrie noch vor die Hunde gehen....

  • Am besten hat das Siemens hinbekommen. Seit nunmehr 20 Jahren ist dort kein Chef mehr in der Lage, Produkte zu verstehen geschweige denn zu erklären. Brauchen CEO ja auch nicht, Pierer hatte ja seine Kernkompetenz im Juristischen....welch Ironie bei dem Bestechungssaustall, den er hinterließ.
    Löscher, ein Marketingfutzi, konnte sich etwas auf fremden Lorbeeren ausruhen, dann kam sein ganzer Nichtsnutz zum Vorschein. Schön, wenn man solche Heinis an der Spitze von Technologiekozernen hat - am besten beim Wettbewerb.

  • Wendelin Wiedeking steckt die alle in die Tasche!

  • Es gab böse,s chlimme Zeiten, da hat man BWL'er, also Kaufleute an die Spitze von Volkswagen berufen. Es waren die schlimmen, mageren Jahre.

    Aebr seit der Zeit, wo man die Kaufleute endlich zum Abheften der nutlosen akten im Archiv abstellt und Fachleute an die Macht läßt, also Techniker, geht es aufwärts mit dem Konzern.

    Zahlendreher sind nicht geeignet, um ein Unternehmen oder Staat zu lenken. Das sieht man bei Volkswagen und das sieht man auch in Amerika (Geld kann man nicht fressen). Das Geld was Bankster und Zahlendreher bearbeiten wollen, das kann nur von Techniker und Ingenieuren "erschaffen" werden.

  • Nachdem das HB der Ente mit der Gesundheit von Hr. Piech aufgesessen ist, sollen nun weitere Teile der Hintergrundinformationen genutzt werden. Piech hat klar gesagt, daß ihm ein Techniker und kein Zahlenmensch folgt. So wars mit Winterkorn, so wirds mit Hr. X.
    Pötsch oder Stadler sind daher nicht gesetzt und es würde mich nicht wundern, wenn Stadler bald Chef eines anderen Konzerns würde.

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