Finanzchef von Zapf Creation muss gehen
Puppen-König in Bedrängnis

Die Krise beim größten europäischen Puppenhersteller Zapf Creation AG führt zu weiteren personellen Konsequenzen. Vor gut einem Jahr feuerte Vorstandschef Thomas Eichhorn seine Amerika-Chefin. Jetzt, nach dem jüngsten Ergebniseinbruch, muss Finanzvorstand Rudolf Winning gehen.

MÜNCHEN. Winning verlässt das Unternehmen zum 15. März, wie das Unternehmen gestern nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung mitteilte. Die Trennung geschehe „im beiderseitigen Einvernehmen“, die gängige Floskel dafür, dass man sich über die Abfindung geeinigt hat. Die wahren Gründe nennt Zapf nicht. Winnings Aufgaben soll bis zur Neubesetzung der Position das Aufsichtsratsmitglied Peter Klein, 47, wahrnehmen. Der promovierte Wirtschaftsinformatiker ist seit 2003 geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Klein & Company GmbH in Hamburg. Der Zapf-Vorstand besteht damit weiter aus drei Personen. Neben Eichhorn zählt dazu noch Designchefin Angelika Marr.

Winnings Demission gilt als letzter Befreiungsschlag für Eichhorn. Gelingt es dem 39-Jährigen nicht, jetzt das Steuer rumzureißen, dann dürfte auch seine Position bedroht sein. Schon jetzt traut der Aufsichtsrat ihm nicht mehr zu, den Weg alleine aus der Krise zu finden. Seit heute sind drei Berater von Roland Berger im Haus. In nur vier Wochen bis zur Bilanzpressekonferenz am 23. März in München sollen sie mit Eichhorn ein Sanierungskonzept erarbeiten, „das sowohl strategische als auch strukturelle Schritte beinhaltet“. Zur Dividende will sich der Vorstand am 16. März äußern. Der Vorstand hat bereits vergangene Woche mitgeteilt, dass sie auf jeden Fall sinken wird.

Seit gut eineinhalb Jahren steckt das im fränkischen Rödental beheimatete Unternehmen in der Krise. Immer wieder konnte es seine Prognosen nicht einhalten. Den Kredit an den Finanzmärkten hat Zapf verspielt. Der Aktienkurs hat sich innerhalb eines Jahres auf gut 14 Euro halbiert. Eichhorns Ankündigung, dass 2004 der Aufschwung komme, löste sich in Luft auf. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr mit einem operativen Ergebnis von nur acht Millionen Euro abgeschlossen, nach 23,4 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz sank von 201 auf 174 Millionen Euro. Es bauten sich Lagerbestände auf, die dann wesentlich billiger verkauft werden mussten.

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