Finanzexperte Martin Goetzeler löst Wolf-Dieter Bopst ab
Generationswechsel bei Osram

Beim neben Philips weltweit führenden Lichthersteller Osram kommt der lang erwartete Generationswechsel. Martin Goetzeler soll zum 1. Mai neuer Chef des Siemens-Tochterunternehmens werden.

MÜNCHEN. Der 42-Jährige gilt als Wunschkandidat für die Nachfolge von Wolf-Dieter Bopst, 65, und wird dem Aufsichtsrat am 29. April vorgeschlagen, teilte das Unternehmen mit.

Der neue Mann an der Spitze ist ein Eigengewächs des Siemens-Konzerns und arbeitet seit 1999 bei Osram. Der Diplomkaufmann ist derzeit Finanzvorstand der wichtigen amerikanischen Osram Sylvania, die über 40 Prozent zum weltweiten Umsatz von Osram beiträgt. Zuvor war er für das Unternehmen in Italien und als Länderchef Großbritannien tätig. Auf allen Stationen konnte der gebürtige Münchener die Profitabilität deutlich steigern.

Kein Wunder, denn Goetzeler hat daran mitgewirkt, die Renditevorgabe des Konzerns – den so genannten Geschäftswertbeitrag – zu erarbeiten. Nach einer Lehre bei Siemens und Studium in München folgten von 1989 bis 1999 verschiedene Positionen im Siemens-Konzern, zuletzt im Bereich Corporate Finance der Konzernmutter.

Der freundlich auftretende Vater zweier Töchter gilt unter Kollegen als strategischer Kopf und als ausgesprochener Team-Player. Zur Entspannung läuft er Ski, spielt Squash und Tennis. Der gebürtige Münchener spricht fließend Englisch und Italienisch. Seine Fähigkeiten als Finanzexperte wird Goetzeler brauchen, denn die Branche steht unter enormem Kostendruck.

Ein Strategiewechsel dürfte mit Goetzeler nicht zu erwarten sein. Vorgänger Bopst war 37 Jahre lang bei Osram und führte das Unternehmen in den vergangenen 14 Jahren. In dieser Zeit verdoppelte sich der Weltmarktanteil von Osram auf rund 20 Prozent. Der Umsatz verdreifachte sich auf 4,2 Milliarden Euro, davon 88 Prozent im Ausland. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 16 000 auf heute weltweit 39 000. Osram wandelte sich vom klassischen Glühlampenhersteller zum weltweiten, profitablen Hightech-Unternehmen der Lichtbranche.

Ob Bopst nach seinem Ausscheiden in den Aufsichtsrat wechselt, entscheidet sich erst auf der Aufsichtsratssitzung am 29. April. Der Aufsichtsratsvorsitz bleibe aber auf jeden Fall der Konzernmutter Siemens vorbehalten, teilte eine Unternehmenssprecherin mit.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%