Finanzkrise
BayernLB feuert obersten Risikokontrolleur

Die Bayerische Landesbank hat ihren obersten Risikomanager Gerhard Gribkowsky entlassen. Inmitten der derzeitigen Turbulenzen sieht sich das Institut vergleichsweise gut aufgestellt. Unterdessen springt der bayrische Ministerpräsident Günther Beckstein seinem Finanzminister, dem CSU-Chef Erwin Huber bei.

HB MÜNCHEN. Der Verwaltungsrat habe Gribkowsky am Mittwochabend mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand der BayernLB abberufen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Er war seit 2003 für das weltweite Risikomanagement der zweitgrößten deutschen Landesbank verantwortlich gewesen. Zum Nachfolger wurde Ralph Schmidt berufen, der seit 2006 dem Vorstand der Bank angehört und für die Finanzmärkte verantwortlich war.

Die Bank will am Vormittag (11.00 Uhr) in München ihre Jahresbilanz 2007 vorlegen. Nach einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ hat sie im vergangenen Jahr 2,3 Mrd. Euro aufgrund der Finanzmarktkrise abschreiben müssen - rund 400 Mill. mehr als bisher bekannt. Verwaltungsratsmitglied Hans Schaidinger sagte dem Bayerischen Rundfunk, die BayernLB werde trotzdem „nach wie vor einen Gewinn ausweisen“. Der eigentliche Verlust aus der US-Suprime-Krise mit zweitklassigen Hypotheken liege unter 100 Mill. Euro. „Die Bayerische Landesbank kommt aus dieser Krise noch relativ gut raus“, sagte Schaidinger, der auch Regensburger Oberbürgermeister ist.

Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein verteidigte seinen Finanzminister, CSU-Chef Erwin Huber, der stellvertretender Verwaltungsratschef der BayernLB ist. „Es ist ein Schmarrn zu glauben, das habe Erwin Huber in fünf Monaten verschuldet“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Der Bayerische Landtag will am Nachmittag auf Antrag der Opposition einen Untersuchungsausschuss zur Landesbank einsetzen. SPD und Grüne werfen Huber vor, den Landtag über das Ausmaß der Belastungen belogen zu haben.

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