Finanzminister folgt nach
Roland Koch verlässt Fraport-Aufsichtsrat

Künftig wird der hessische Finanzminister Karl-Heinz Weimar im Aufsichtsrat der Fraport AG sitzen. Sein Chef in der hessischen Landesregierung verlässt das Gremium. Ein Zeitpunkt für den Wechsel steht noch nicht endgültig fest.

HB WIESBADEN. Angst vor Interessenkonflikt: Der hessische Ministerpräsident Roland Koch wird sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport AG in Kürze abgeben. Als seinen Nachfolger werde die Landesregierung Finanzminister Karl-Heinz Weimar nominieren, teilte die Hessische Staatskanzlei am Donnerstag mit und bestätigte damit einen Bericht der „Bild-Zeitung“ (Donnerstagausgabe). „Den in Bild genannten Termin könne er jedoch ausdrücklich nicht bestätigen“, wird Regierungssprecher Dirk Metz zitiert.

Wie das Blatt berichtet, will Koch am kommenden Dienstag zurücktreten, an dem Fraport offiziell das Planfeststellungsverfahren für eine weitere Landebahn beantragt. Weil dem Regierungschef eine Richtlinienkompetenz zustehe, könne es zu Interessenkonflikten im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der neuen Landebahn kommen.

Der Streit über die von Fraport seit langem geplante neue Landebahn ist unter anderem auch dadurch pikant, dass Koch nicht nur Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport ist, sondern auch Dienstherr von Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU), der die abschließende Entscheidung über die Landebahn zu fällen hat. Bereits im August 2000 hatte sich Koch für den Bau der Landebahn im Kelsterbacher Wald bei Frankfurt ausgesprochen.

„Roland Koch hat schon vor langer Zeit angekündigt, dass er, wenn die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren zum Flughafenausbau eingereicht sind, den Aufsichtsratsvorsitz abgeben wird, damit bei diesem bundesweit bedeutendsten Genehmigungsverfahren nicht die leisesten juristischen Zweifel entstehen könnten, auch wenn man diese Zweifel nicht teilt“, sagte Regierungssprecher Metz.

Koch habe die wichtigsten Ziele seiner Amtszeit als Aufsichtsratsvorsitzender erreicht. Hierzu gehöre die Teilprivatisierung des Unternehmens sowie die geplante Verankerung des Nachtflugverbots bei Errichtung der neuen Landebahn, hieß es weiter.

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