Finanztrainer Daudert & Daudert
Geld schießt Tore!

Michael und Christian Daudert fuhren einst für die Handelsmarine der DDR zur See. Danach folgte jedoch ein abrupter Karrierewechsel: Heute beraten die Brüder Profifußballer in Vermögensfragen. Dies ist ein Service, der von den gut verdienenden Profis erstaunlich oft in Anspruch genommen wird – gerade auch, wenn plötzlich der Erfolg ausbleibt,

Bei der Europameisterschaft 1988 stand er für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Tor. Als 534-facher Bundesligaspieler hat er Millionen verdient. Vor knapp drei Wochen aber zog Eike Immel ins RTL-Dschungelcamp, legte sich sogar mit Ratten in einen Sarg. 50 000 Euro soll er dafür bekommen haben. Immel braucht das Geld. Er ist verschuldet. Sein finanzieller Abstieg ist kein Einzelfall. Michael Daudert, 43, schätzt, dass jeder dritte Fußballprofi nach Ende seiner Karriere in ähnliche Schwierigkeiten gerät. Daudert und sein Bruder Christian, 41, nutzen den Beratungsbedarf. Sie arbeiten als Vermögensmanager für Profifußballer.

34 Profis gehören zu ihren Klienten, darunter aktuelle und ehemalige Nationalspieler wie Thomas Hitzlsperger, Oliver Neuville und Marko Rehmer. Michael Daudert: „Wir lenken den Fokus der Spieler auf ihr zweites Berufsleben. Wenn sie zehn Jahre lang hart arbeiten, verdienen sie genug und haben hinterher die freie Entscheidung, zu machen, was ihnen gefällt.“ Zunächst braucht der Spieler ein Gespür für Finanzen: Er soll lernen, wie man mit Geld umgeht. „Das ist nicht selbstverständlich. Viele Profis sind sehr jung, unerfahren und verdienen plötzlich wahnsinnig gut“, sagt Daudert. Das üppige Gehalt lockt schlechte Ratgeber an, die zu waghalsigen Investitionen verführen. Eine schwere Verletzung kann den Traum von der Bundesliga schlagartig beenden. Und nicht wenige Profis verzetteln sich in Immobiliengeschäften. Daudert: „Banken agieren da fahrlässig und lassen die Finanzierungen über 30 Jahre laufen, obwohl der Spieler nur kurze Zeit so viel Geld verdient. Nach der Karriere weiß der Ex-Profi nicht mehr, wie er den Kredit weiter bedienen soll.“ Wirklich unvernünftig seien Fußballer nur selten. Einmal allerdings habe er mit einem Spieler zusammengesessen, der unbedingt für 340 000 Euro Rennpferde kaufen wollte. „Der war beratungsresistent.“ Eigentlich zog es die Brüder aus Rostock aufs Meer. Sie studierten an der Hochschule für Seefahrt in Warnemünde, fuhren als Offiziere der DDR-Handelsmarine zur See. Doch in den Jahren nach dem Mauerfall orientierten sich die Brüder neu und schrieben sich an der Universität Freiburg ein, die sie im Jahr 2000 als Diplom-Vermögensberater verließen. Zu diesem Zeitpunkt waren sie schon im Geschäft. Die Idee kam den Familienvätern 1997. „Wir lasen einen Zeitungsartikel über Banker, die US-Basketballstars in Finanzfragen coachen“, erzählt Daudert. Wer in Deutschland hoch dotierte Sportler sucht, findet diese im Profifußball. Ihr erster Klient war Ewald Lienen, der einst einen Großteil seines Vermögens bei Immobiliengeschäften verlor, heute aber nach einigen Bundesligastationen erfolgreich als Trainer in Griechenland arbeitet. „Leute wie euch braucht fast jeder Profi“, urteilte Lienen zufrieden. Er empfahl die Brüder weiter.

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