Finanzurteil
Richter stärken Filmfonds-Geschädigte

Zahlreiche Anleger, die mit Filmfonds Geld verloren haben, klagen vor Gericht auf Schadensersatz - mit wechselndem Erfolg. Ein positives Urteil hat jetzt das Oberlandesgericht München (OLG) gefällt.

Die Richter verdonnerten den Fondsanbieter ING Leasing, den Schaden eines Anlegers des Fonds "Vif Babelsberger 3" zu ersetzen (21 U 5633/04). Dieser hatte im Jahr 2000 rund 50 000 Euro investiert und nur drei Prozent des Geldes zurückbekommen. Laut Fondsprospekt sollte das Verlustrisiko jedoch wegen einer "Erlösausfallversicherung" auf 21,6 Prozent beschränkt sein. Doch als die vom Fonds finanzierten Filme floppten, zahlte die Assekuranz nicht.

Für die falsche Darstellung im Prospekt müsse die ING Leasing jetzt geradestehen, so die OLG-Richter. Auch wenn sie nicht offizielle "Prospektherausgeberin" sei, hafte die Gesellschaft als Mitinitiatorin. Sie habe "maßgeblichen Einfluss auf die Prospektgestaltung und die Konzeption des Fonds" gehabt, sagt Anwältin Katja Fohrer von der Kanzlei Mattil, die das Urteil erstritten hat. Bereits im Juni hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in drei Urteilen entschieden, dass der Prospekt falsch sei, weil er den Anlegern das Risiko des Totalverlusts verschweige (III ZR 125/06 und andere).

Kein Glück vor Gericht hatte allerdings ein Vif-3-Anleger, der von den Wirtschaftsprüfern des Fonds Schadensersatz forderte. Der BGH entschied in einem aktuellen Urteil: Anleger können Prospektprüfer nur belangen, wenn sie den "Prospektprüfungsbericht" vor ihrer Anlageentscheidung angefordert und gelesen haben (III ZR 298/05).

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