Firma für Industriegase gegründet
Stefan Messer wagt Neuanfang in Deutschland

Der Unternehmer Stefan Messer hat die Messer Gruppe zurück in Familienbesitz geführt. Jetzt gründet er eine neue Industriegase-Firma. In der Branche geht man davon aus, dass die Firma später zum Deutschlandgeschäft der Messer Gruppe umstrukturiert wird.

DÜSSELDORF. Neue Unternehmen entstehen momentan meist in High-Tech-Branchen oder auf Onlinemärkten. Am Montag hingegen geht eine neue Firma in einem alteingesessenen Industriezweig an den Start: Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, hat der Frankfurter Unternehmer Stefan Messer einen neuen Anbieter für Industriegase in Deutschland gegründet. Das Unternehmen trägt den Namen Gase.de und wird mit 35 Mitarbeitern Gase in Flaschen und Tanks etwa an metallverarbeitende Firmen und Lebensmittelhersteller liefern. Es hat seinen Sitz in Sulzbach/Taunus.

Nicht zufällig ist in der gleichen Stadt die Messer Gruppe ansässig, ein mittelständisches Unternehmen, das außerhalb Deutschlands Kunden in 33 Ländern mit Industriegasen beliefert. Es gehört zur Familienholding der Messers und wird von Stefan Messer geführt. Er bestätigte gegenüber dem Handelsblatt, dass die Familie Messer im Industriegasegeschäft bald auch wieder in Deutschland unternehmerisch aktiv werde.

Dass er nun außerhalb der Messer Gruppe einen eigenständigen Gase-Lieferanten in Deutschland gründet, hat rechtliche Gründe, heißt es in den Kreisen: Bis zum heutigen Tag unterlag Messer einem Wettbewerbsverbot hier zu Lande. Dies hatte der Unternehmer vor zwei Jahren mit dem französischen Branchenriesen Air Liquide vereinbart, an den die damalige Messer Griesheim ihr Deutschlandgeschäft verkauft hatte. Doch auch nach Ende des Wettbewerbverbots darf er in Deutschland ein weiteres Jahr lang nicht unter dem Messer-Markennamen auftreten. Gase.de wird daher unabhängig sein und eigene Infrastruktur haben. Doch geht die Branche davon aus, dass Gase.de nach Ablauf dieser Frist zum Deutschlandgeschäft der Messer Gruppe umstrukturiert wird.

Wenn dies geschieht, dürfte Stefan Messer einen großen Schritt bei seinem Ziel machen, die Messer Gruppe zurück zu ihren Wurzeln zu führen. Das Unternehmen hat eine wechselhafte Geschichte: Es wurde 1893 von Adolf Messer in einer kleinen Werkstatt in Frankfurt gegründet und entwickelte sich in den darauf folgenden Jahrzehnten zu einem international tätigen Spezialisten für Schweiß- und Schneidtechnik inklusive der dafür nötigen Gase.

1965 entschied sich der damalige Chef Hans Messer zur Fusion mit der Teilen der Knapsack Griesheim AG, einer Tochter des früheren Hoechst-Konzerns. Damit hatte die Familie die Kontrolle über das Unternehmen aus der Hand gegeben und besaß nur noch ein Drittel der Anteile.

Als sich die Hoechst AG Ende der 90er-Jahre aufspaltete und ihre Pharmasparte mit Rhone-Poulenc zu neuen Aventis-Gruppe fusionierte, stand Messer Griesheim zum Verkauf. 2001 erwarben die Finanzinvestoren Goldman Sachs und Allianz Capital Partners Mehrheitsanteile an der Industriegasesparte der Firma. Auch in der Schweißtechniksparte mischte neben der Familie eine Private-Equity-Firma mit.

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