Firma läuft unter neuem Namen weiter
Verfahren gegen früheren Heros-Chef eröffnet

Im Betrugsskandal um die insolvente Geldtransportfirma Heros müssen sich der frühere Chef und drei ehemalige Mitarbeiter von Ende November an vor dem Landgericht Hildesheim verantworten.

HB HANNOVER. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichtes habe die Anklage gegen die vier Männer zugelassen, teilte das Gericht am Dienstag in Hildesheim mit. Damit sei das Hauptverfahren eröffnet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Heros-Chef, zwei ehemaligen Niederlassungsleitern und einem Prokuristen Untreue in besonders schweren Fällen und Bankrott vor. Sie sollen Kundengelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Die Anklageschrift umfasse 282 Straftaten mit einer Gesamtschadensumme von rund 250 Millionen Euro, teilte das Gericht mit. Den ersten Verhandlungstermin setzte das Landgericht für den 28. November fest. Die Anklage sei bereits am vergangenen Mittwoch zugelassen worden, sagte ein Sprecher des Gerichtes, die Angeklagten hätten aber erst noch informiert werden müssen. Wann das Verfahren zu einem Ende komme, sei derzeit nicht absehbar.

Der Staatsanwaltschaft zufolge lieferte Heros das bei Banken abgeholte Geld bei seinen Kunden mit Verspätung ab. In einer Art Schneeballsystem zweigte Heros Beträge ab, um den eigenen Betrieb am Laufen zu halten. Mit Dumpingpreisen, die zum Teil nur halb so hoch waren wie auf dem Markt üblich, hatte Heros die Konkurrenz unterboten.

Im Februar hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Seither sitzen der frühere Chef und die beiden Niederlassungsleiter in Untersuchungshaft.

Im Mai hatte der US-Finanzinvestor MatlinPatterson das Unternehmen für 13,5 Millionen Euro übernommen. Er führt die Firma nun unter dem Namen SecurLog weiter.

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