Firmenanwältin geht
HP-Spionageaffäre fordert weiteres Opfer

Nach 24 Jahren beim Computerkonzern Hewlett-Packard hat die Firmenanwältin Ann Baskins ihren Hut genommen. Sie ist das vorerst letzte Opfer der Spionageaffäre bei dem US-Unternehmen, die inzwischen auch CEO Mark Hurd in Bedrängnis bringt.

HB PALO ALTO. Die Firmenanwältin trete mit sofortiger Wirkung ab, erklärte HP am Donnerstag. Baskins sollte noch am Donnerstag bei einer US-Kongressanhörung zu dem Spionageskandal aussagen. Detektive hatten im Auftrag von HP falsche Identitäten vorgetäuscht, um an Telefondaten von Mitarbeitern und Journalisten zu gelangen. Mit der Untersuchung wollte der Drucker- und Computerhersteller Fälle von Datenspionage und die Weitergabe von Firmeninterna aufklären.

Vor einem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses soll dazu eine ganz Reihe von HP-Managern aussagen, darunter Firmenchef Hurd und die bereits zurückgetretene ehemalige Direktoriumsvorsitzende Patricia Dunn. Dunn will vor den Abgeordneten laut vorab verbreitetem Aussage-Text erklären, sie sei sich keiner Schuld bewusst. Die Verantwortung für die umstrittenen Untersuchungen des Computerkonzerns habe nicht bei ihr gelegen. Sie habe geglaubt, der Finanzchef von Hewlett-Packard (HP), Bob Wayman, habe das Vorgehen abgesegnet. Außerdem habe sie angenommen, dass die angewandten Methoden legal seien.

Auch Konzernchef Hurd war im Zuge der Affäre unter Druck geraten und musste seine Beteiligung einräumen. Die Unternehmensführung stand jedoch bei einer Sitzung des Direktoriums am Mittwoch nach Angaben eines Teilnehmers hinter ihm, eine Diskussion über einen Rücktritt habe es nicht gegeben. Ob die angewandten Methoden illegal sind, wird derzeit im Kongress heftig debattiert. Ein Gesetzesvorschlag, der dieses sogenannte „Pretexting“ als Straftat erklärt, liegt beiden Kammern vor, eine Entscheidung dürfte sich jedoch noch hinziehen.

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