Firmengründer Michael Dell gibt den Chefposten an seinen Vize Kevin Rollins ab: Überraschender Wechsel bei Dell

Firmengründer Michael Dell gibt den Chefposten an seinen Vize Kevin Rollins ab
Überraschender Wechsel bei Dell

Überraschender Stabwechsel beim Computerbauer Dell: Mit Kevin Rollins rückt die bisherige Nummer zwei des US-Konzerns Mitte Juli an die Spitze vor. Genau zwanzig Jahre nachdem er das Unternehmen gegründet hat, gibt Michael Dell die Führung ab. Er werde dem Konzern aber weiterhin als Chairman zur Verfügung stehen, teilte die Firma gestern mit.

jojo MÜNCHEN. Der 39-jährige Dell und der 51 Jahre alte Rollins hatten das Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren sehr partnerschaftlich geführt. Nicht mehr als zehn Meter voneinander entfernt stehen die Schreibtische der beiden Manager. Die beiden Büros trennt lediglich eine Glaswand mit einer stets offenen Tür in der Mitte.

Formal stand bislang jedoch Michael Dell als CEO ganz oben in der Firmenhierarchie. Darunter folgte als Chief Operating Officer Kevin Rollins. Der frühere Unternehmensberater war eigentlich nur für das Tagesgeschäft zuständig. „Wir führen die Firma zusammen“, betonte jedoch Michael Dell bei jeder sich bietenden Gelegenheit. In den USA galt die Firma deshalb schon lange als Musterbeispiel dafür, dass eine Doppelspitze tatsächlich funktionieren kann.

Künftig sind die Aufgaben neu verteilt: Rollins wird als CEO die Verantwortung übernehmen. Milliardär Dell dagegen kann sich als Chairman vom Tagesgeschäft befreien und sich seinen Lieblingsthemen widmen: neuen Technologien und der Kundenpflege. Immer wieder setzt sich Dell selbst an die Telefone seiner Call-Center und verkauft Computer. Beide Manager betonten jedoch, dass sie auch künftig eng zusammenarbeiten werden.

Michael Dell ist es gelungen, vor den Toren der texanischen Hauptstadt Austin innerhalb von 20 Jahren einen der größten und erfolgreichsten Technologiekonzerne der Welt aufzubauen. Mit Hewlett- Packard streitet sich Dell seit Monaten um die Führungsposition auf dem PC-Markt. Rüdiger Spies, Analyst der Meta Group, äußerte sich jüngst gegenüber dem Handelsblatt ausgesprochen positiv: „Dell hat mit seinem Direktvertrieb und seiner ausgefeilten Logistik in der Fertigung einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.“

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