Firmenimperium
Kredit für Merckle-Gruppe wird verlängert

Die Familie des verstorbenen Milliardärs Adolf Merckle soll etwas mehr Zeit für die grundlegende finanzielle Sanierung ihres Firmenimperiums bekommen. Der im Januar mit den Banken vereinbarte Überbrückungskredit für die Merckle-Vermögensverwaltung (VEM) soll zunächst um zwei Monate verlängert werden. Das Sanierungsgutachten soll im April vorliegen.

Reuters FRANKFURT. Mit den Bankengeldern konnte VEM im Januar einen kurzfristigen Liquiditätsengpass abwenden, in den die Gruppe unter anderem durch Fehlspekulationen mit VW-Aktien geraten war. Ursprünglich sollte der Überbrückungskredit gegen Ende März auslaufen.

Die Merckle-Familie, zu deren Kernbeteiligungen der Arzneimittelhersteller Ratiopharm, der Pharmahändler Phoenix und der Baustoffhersteller Heidelberg-Cement gehören, steckt mit einem milliardenschweren Schuldenberg in Finanznöten. Ein Verkauf von Ratiopharm ist bereits ausgemachte Sache. Wie der älteste Sohn Ludwig des verstorbenen Firmenpatriarchen unlängst in einem Agentur-Interview sagte, gibt es an allen drei großen Industriebeteiligungen der Merckle-Gruppe großes Interesse.

Geplant ist, dass der Überbrückungskredit später von einem längerfristigen Kredit abgelöst wird mit dem Ziel, die Gruppe grundlegend zu restrukturieren.

Das in diesem Zusammenhang bei den Wirtschaftsprüfern von KPMG in Auftrag gegebene Sanierungsgutachten zur VEM solle nun im April vorliegen, teilte VEM mit. Am Mittwoch vergangenen hatten sich nach VEM-Angaben die Gläubigerbanken mit Merckle-Vertretern getroffen. „Wir haben hierbei nochmals bekräftigt, dass wir zu den vereinbarten und bereits eingeleiteten Maßnahmen zum Schuldenabbau stehen und diese im Sinne aller Beteiligten umsetzen“, erklärte Ludwig Merckle. Die bestellten Treuhänder und Restrukturierungsexperten hätten sich erstmals persönlich allen Banken vorgestellt.

Der zum Merckle-Imperium gehörende Pharmagroßhändler Phoenix hat unterdessen seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auch dank Zukäufen gesteigert. Phoenix habe im Geschäftsjahr 2008/09 (31. Januar) 22,58 Mrd. Euro umgesetzt, ein Plus von 4,6 Prozent, teilte das Mannheimer Unternehmen mit. Phoenix habe unter Währungseffekten und schwierigeren Bedingungen in einzelnen Märkten gelitten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%