Firmeninsolvenzen Trotz Pleiterückgang – Insolvenzgeldausgaben steigen um 91,5 Millionen Euro

20.093 Firmeninsolvenzen registrierten die Amtsgerichte 2017 – 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotzdem steigen die Insolvenzgeldausgaben an.
Update: 14.03.2018 - 11:44 Uhr Kommentieren
Weniger Unternehmen mussten 2017 den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Quelle: dpa
Insolvenz

Weniger Unternehmen mussten 2017 den Gang zum Insolvenzrichter antreten.

(Foto: dpa)

WiesbadenDank boomender Konjunktur und Rekordbeschäftigung sind 2017 erneut weniger Unternehmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Firmeninsolvenzen sank auf den niedrigsten Stand seit der Einführung der Insolvenzordnung 1999, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte und damit frühere Angaben von Wirtschaftsauskunfteien bestätigte.

Trotz des Rückgangs von Firmeninsolvenzen, stiegen die Insolvenzgeldausgaben um 91,5 Millionen Euro an, berichtet die Wirtschaftswoche. Das sind 15 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. 2016 waren es insgesamt nur 592,5 Millionen Euro.

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde registrierten die Amtsgerichte 20.093 Fälle und damit 6,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich der seit Jahren andauernde Trend fort, den letzten Anstieg der Firmenpleiten gab es im Jahr der Wirtschaftskrise 2009.

Weil jedoch 2017 wieder mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antraten, erhöhte sich die Summe der voraussichtlichen Forderungen an die Gläubiger auf rund 29,7 Milliarden Euro nach rund 27,4 Milliarden Euro im Jahr 2016.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen war im 2017 mit 71.896 Fällen um 6,9 Prozent niedriger als im Vorjahr. Einen Anstieg hatte es hierbei zuletzt 2010 gegeben.

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