Florentino Pérez
Der König von Real Madrid

Der Immobilien-Magnat Florentino Pérez dreht bei dem spanischen Fußballclub Real Madrid das ganz große Rad: Mit ihm verbinden die Fans die Rekordeinkäufe Kaka und Christiano Ronaldo. Pérez mächtiges Netzwerk in der Politik und der Finanzwelt hilft ihm immer wieder aus der Patsche. Wie der Patriarch über die Geschicke eines legendären Vereins entscheidet..

MADRID. Es ist eine perfekte Inszenierung: Nach drei Jahren absoluten Schweigens ruft Florentino Pérez zur Pressekonferenz ins Hotel Ritz. Der ehrwürdige, 1910 erbaute Fünf-Sterne-Palast im Herzen von Madrid, in dessen stuckverzierten Sälen sonst Adelige oder Staatsoberhäupter wandeln, ist dem Baumagnaten und langjährigen Präsidenten von Real Madrid ein angemessener Rahmen für eine wichtige Botschaft. "Heute trete ich vor sie, um offiziell meine wohlüberlegte und feste Absicht zu verkünden, für die Präsidentschaft von Real Madrid zu kandidieren", erklärt Pérez am 14. Mai vor dutzenden Kameras und rund 300 Pressevertretern. Beifall kommt auf und um den schmalen Mund des Milliardärs kräuselt sich ein leichtes Lächeln.

Pérez war der einzige Kandidat, kein anderer konnte die für den Posten obligatorische Garantie von knapp 60 Mio. Euro beibringen. So wurde Pérez erneut Präsident des Erstligisten - und auch gleich seiner Rolle als "Retter" des angeschlagenen Clubs gerecht. Er wolle aus Real Madrid wieder "ein Element der Illusionen, der Träume" machen und ein "spektakuläres Team mit großen Spielern aufbauen", versprach der stets etwas steif auftretende 62-Jährige, der in seinem üblichen konservativen Aufzug - dunkler Anzug mit dunkler Krawatte, helles Hemd, randlose Brille - auf den ersten Blick so gar nicht zum Träumen verführt.

Tatsächlich ist Florentino Pérez vor allem ein knallharter Geschäftsmann, ein Straßenbauingenieur, der mit seinem Baukonzern ACS im Zuge des exzessiven Bau- und Immobilienbooms der letzten Dekade (laut Forbes) ein persönliches Vermögen von auf 1,8 Mrd. Euro ansammelte.

Das Bau- und Immobiliengeschäft ist eng verwandt mit dem Fußballbusiness, zumindest wenn man es so betreibt wie Pérez. Ein Mann, der kauft und mit Gewinn wieder verkauft, der hoch pokert und dabei mehrmals fast auf die Nase gefallen wäre. Dessen mächtiges Netzwerk an der Spitze der spanischen Politik- und Finanzwelt ihm immer wieder aus der Patsche hilft.

Schon von 2000 bis 2006 hatte das "höhere Wesen", wie ihn 2005 sein damaliger Vizepräsident Emilio Butragueño in einem vielzitierten Ausspruch nannte, Real Madrid präsidiert und zum Aufstieg an die Weltspitze verholfen. Mit der 165 Mio. Euro teuren Verpflichtung der Stars Zinedine Zidane, Ronaldo, Luis Figo und David Beckham kreierte er das Madrid der "Galaktischen". Zumindest rein sportlich lohnten sich die teuren Investitionen: Die "Königlichen" holten in den ersten Jahren den Europapokal der Landesmeister im Endspiel gegen Bayer Leverkusen, den europäischen Superpokal, die Clubweltmeisterschaft und den spanischen Meistertitel.

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