Fluggesellschaften scheitern
Gericht bestätigt Schließung von Flughafen Tempelhof

Der legendäre Flughafen Tempelhof mitten in Berlin wird im Oktober 2008 geschlossen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies am Dienstag Klagen mehrerer Fluggesellschaften zurück, die einen Weiterbetrieb durchsetzen wollten.

HB BERLIN. "Die Schließungsverfügung ist unanfechtbar", betonten die Richter. Die Fluggesellschaften hatten argumentiert, ein Umzug nach Schönefeld vor den Toren der Hauptstadt beeinträchtige ihre Wettwerbschancen. Diese Einschätzung teilte das Bundesgericht nicht, da die Zeit ausreiche, sich auf Schönefeld vorzubereiten.

Tempelhof ist der älteste und kleinste der drei Berliner Flughäfen, die noch im Betrieb sind. Er liegt relativ nah am Zentrum und grenzt an die einwohnerstarken Stadteile Neukölln und Kreuzberg. Berühmt wurde Tempelhof durch die Luftbrücke. Amerikanische "Rosinenbomber" flogen ihn während der Zeit der sowjetischen Blockade Westberlins an, um die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Der von SPD und Linkspartei gestellte Senat hatte die Betriebsgenehmigung für Tempelhof widerrufen. Ziel ist, den Verluste bringenden Airport bis zum Oktober 2008 stillzulegen. Geschehen soll das im Zuge des Ausbaus von Schönefeld zu einem internationalen Großflughafen. Im Zuge dessen soll auch Berlin-Tegel geschlossen werden.

Die Leipziger Richter bestätigten mit ihrem Urteil die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg. Sie erklärten, Fluggesellschaften könnten nicht darauf bestehen, dass ein Flughafen auf Dauer gegen den Willen des Betreibers offen bleibe. Sie könnten lediglich auf die angemessene Berücksichtigung ihrer Interessen bei einer Schließung pochen. Dieser Vorgabe sei der Senat nachgekommen, indem er dafür gesorgt habe, dass die Airlines ab 1. November 2008 Berlin-Schönefeld anfliegen könnten.

Der politische Streit über eine längere Nutzung von Tempelhof ging dennoch weiter. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begrüßte das Urteil und bekräftigte seine Haltung, den Airport wie geplant zu schließen. Die Berliner CDU sieht in dem Gerichtsentscheid noch kein endgültiges Aus und will weiter für den Betrieb des Flughafens kämpfen. Ihr CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger rief die Hauptstädter dazu auf, sich am Volksbegehren gegen die Schließung des Flugplatzes zu beteiligen. "Der Senat kann eine große Zustimmung zum Flughafen Tempelhof nicht ignorieren", sagte er.

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