Flugzeugbau
Airbus holt „Feuerwehrmann“ für A380-Probleme

Ein neuer Projektmanager soll die Probleme bei Verkabelung und Elektronik des Airbus-Großraumflugzeugs A380 lösen. Das doppelstöckige Flugzeug selbst kommt in dieser Woche auf einen besonders heißen Prüfstand.

HB HAMBURG. Der 40 Jahre alte Rüdiger Fuchs habe die operative Aufgabe, alle A380-Arbeiten in Deutschland zusammenzuführen, sagte der Sprecher von Airbus Deutschland, Arndt Hellmann, am Montag. Er sei bereits vor einigen Wochen mit dieser Aufgabe betraut worden. In Medienberichten hieß es dagegen, der neue Airbus-Chef Christian Streiff habe Fuchs ernannt.

Der europäische Flugzeughersteller ist wegen der technischen Probleme ins Hintertreffen mit seinen Auslieferungen geraten. So sollen nach früheren Angaben 2007 statt 20 bis 25 A380-Maschinen maximal neun abgeliefert werden. Sorge bereitet beim weltgrößten Passagierflugzeug vor allem die Elektronik. Die Teams um Manager Fuchs hätten „extrem lange Arbeitszeiten“, sagte Hellmann zu Angaben, der 40-Jährige habe erst einmal längere Arbeitszeiten beschlossen. Besonders im Bereich Kabinenausstattung würden die „Ärmel aufgekrempelt“.

Dagegen werde in den Werken die Produktionsverzögerungen beim A380 durch Abbau von Überstunden oder der Versetzung von Mitarbeitern in andere Fertigungsteams aufgefangen, bekräftigte der Sprecher frühere Angaben. Der Gesamtbetriebsrat von Airbus Deutschland hatte wegen der Lieferverzögerungen beim A380 die Einhaltung des 2003 geschlossenen Beschäftungspaktes angemahnt.

Eine bereits gebaute A380 wird in diesen Tagen bei Temperaturen von 40 bis 45 Grad Celsius im Schatten im Emirat Abu Dhabi getestet. „Wir machen Versuchsreihen mit unterschiedlicher Triebwerksleistung und prüfen natürlich auch, ob die Klimaanlage optimal funktioniert“, sagte Testpilot Wolfgang Absmeier am Montag. Der riesige Jet landete am späten Sonntagabend in dem Emirat. Nach Angaben von Testingenieur Pascal Verneau sollen die Versuche eine Woche dauern. Die Ergebnisse werden auch von den Luftsicherheitsbehörden für die Zertifizierung des Flugzeuges geprüft.

Der Hitzetest kommt dem späteren Einsatz des Riesenflugzeuges mit 555 Sitzen sehr nahe: In Abu Dhabi und im benachbarten Dubai haben mit Etihad Airways und Emirates Airlines zwei wichtige Kunden für die A380 ihren Sitz. Das erste A380-Linienflugzeug will Singapore Airlines Ende 2006 trotz der Probleme im Produktionsablauf beim größten Airbus-Jet in Dienst stellen. Hitzetests sind neben zahlreichen anderen Versuchen für alle neuen Verkehrsflugzeuge gesetzlich vorgeschrieben. Das Gegenstück absolvierte die A380 im Winter in Nordkanada. Dort wurden die Systeme des Flugzeuges bei rund minus 40 Grad Celsius geprüft.

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