Fondsgesellschaften
Neue Führung bei der DWS

Deutschlands große Fondsgesellschaft DWS hat eine neue Führung. Ab 1. Juli wird Ingo Gefeke weltweit für den Vertrieb und das Produktmanagement der Deutsche-Bank-Tochter verantwortlich sein. Axel Schwarzer wird die weltweiten Kundenbeziehungen verantworten.

FRANKFURT. Das Gezerre um die neue Führungsmannschaft der Fondstochter der Deutschen Bank ist beendet: Im konzerninternen Kulturkampf haben sich die Rationalisierer der Bank durchgesetzt. Sie nehmen ihre Fondstochter DWS stärker an die Kandare. Verlierer sind die auf Unabhängigkeit bedachten Manager der DWS. Für den neuen Kurs steht Ingo Gefeke, der aus der Bank kommt und dem der Ruf eines Controllers vorauseilt. Neben Gefeke wechselt Axel Schwarzer, in früheren Jahren DWS-Vertriebsexperte in Frankfurt, ebenfalls am 1. Juli in die Geschäftsführung der DWS Deutschland. Im Amt bleibt Klaus Kaldemorgen als Deutschlandchef. Insgesamt hat die DWS damit acht Geschäftsführer.



Die DWS steckt seit Wochen in einer Führungskrise. Europachef Stephan Kunze musste - offenbar wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Leiter der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, Kevin Parker, - seinen Hut nehmen. Kunze hatte sich stets für eine relative Unabhängigkeit der DWS von der Mutterbank eingesetzt. Parker und auch Gefeke wollten die lange Zeit erfolgreiche Fondstochter stärker in den Konzern einbinden. Denn Parker selbst, heißt es in der Bank, habe wegen schwacher Ergebnisse unter Druck gestanden. Er könnte seine Position mit der aktuellen Personalentscheidung gefestigt haben.

Die DWS ist Teil der Vermögensverwaltung der Bank und untersteht damit letztlich Parker. Sie bündelt das Privatkunden-Fondsgeschäft. Knapp die Hälfte des verwalteten Vermögens des Asset Managements der Bank entfällt auf die DWS. Europaweit betreut sie 133 Mrd. Euro, weltweit auf 217 Mrd. Euro.

In der neuen Führungsstruktur der DWS wird es nun keinen Europachef mehr geben; der Posten von Kunze fällt also weg. Auch die Führungspositionen in Asien und den USA werden nicht mehr besetzt. Der Standort Frankfurt gewinnt auch dadurch, dass die DWS International Personal abbaut, vor allem in Asien. So sind beispielsweise im vergangenen Jahr drei Mrd. Euro aus Asien und den USA dem Frankfurter Fondsmanagement übertragen worden. Bis Ende Mai sollen es sieben Mrd. Euro sein.

Gefeke gilt dabei als der eigentliche starke neue Führungsmann, denn er wird mit dem weltweiten Vertrieb und Produktmanagement zwei Schlüsselbereiche der DWS leiten, während Schwarzer sich um die Kundenbeziehungen kümmern wird. Gefeke ist Weggenossen zufolge amerikanisch geprägt und gilt als Rationalisierer. Er führt derzeit von den USA aus die Bereiche Wertpapierleihe und Handel im Asset-Management der Deutschen Bank.

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