Forbes-Liste
Indiens Milliardäre: Hoch geflogen, tief gefallen

Sie waren die Ikonen des Aufstiegs eines armen Entwicklungslandes in den Klub der großen Wirtschaftsmächte. Sie erklommen in atemberaubendem Tempo Spitzenplätze in der Liga der Superreichen. Doch rasanter noch als ihr Aufstieg ist jetzt ihr Fall. Laut der aktuellen Forbes-Liste gehören Indiens Milliardäre zu den größten Verlierern in der Krise.

NEU DEHLI. Anil Ambani, vor einem Jahr auf Platz sechs, stürzte auf Platz 34 ab. Das Vermögen des Inhabers und Chefs von Reliance ADAG sank um 31,9 Mrd. auf 10,1 Mrd. Dollar. Damit ist er unter den weltweit noch 793 Milliardären der Absteiger Nummer eins. Nicht viel besser erging es Anils Bruder Mukesh Ambani. Sein Vermögen stürzte von über 32 Mrd. auf 19,5 Mrd. Dollar ab, maßgeblich weil die Aktien seines Unternehmens Reliance Industries 40 Prozent weniger wert sind als vor einem Jahr.

Immerhin kann sich Mukhesh damit trösten, erstmals der reichste Inder zu sein. Er verdrängte vom Spitzenplatz den in London lebenden Stahlbaron Lakshmi Mittal, der nach 35 Mrd. jetzt noch auf 19,3 Mrd. Dollar kommt. In der Forbes-Liste büßte Mittal vier Plätze ein und belegt jetzt Rang acht der reichsten Menschen der Welt.

Ihren Abstieg verdanken Indiens Milliardäre vor allem dem Einbruch der Aktienkurse ihrer Unternehmen, hinzu kommt ein Kursverlust der indischen Rupie gegenüber dem Dollar von mehr als zehn Prozent. Insgesamt hat sich die Zahl der indischen Milliardäre binnen Jahresfrist mehr als halbiert, von 53 auf 24. Nur die Russen erwischte es schlimmer. Von den Oligarchen, die vor einem Jahr ein Milliardenvermögen besaßen, sind heute zwei Drittel nur noch Multimillionäre.

Besonders heftig mussten Indiens Immobilientycoone bluten. K.P. Singh, Eigentümer der indischen Nummer eins DLF, stürzte von Platz zehn auf Platz 98 ab. Sein schärfster Wettbewerber Ramesh Chandra mit dem Immobilienkonzern Unitech fiel angesichts von neun Mrd. Dollar Vermögensverlust gleich ganz aus der Milliardärsliste raus. Auch die Eigentümer von Indiens größten privaten Fluggesellschaften, Naresh Goyal (Jet Airways) und Vijay Mallya (Kingfisher) sind keine Milliardäre mehr.

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