"Forbes" schätzt ihr Vermögen auf 1,1 Milliarden Euro
Russlands reichste Frau

Jelena Baturina, die Gattin des Moskauer Bürgermeisters, arbeitet erfolgreich als Unternehmerin. Wer zu ihr möchte, der weiß gleich, was sie reich und deshalb inzwischen auch berühmt gemacht hat: Plastik.

MOSKAU. Auf dem Weg in ihr Büro müssen Besucher nämlich an einem nicht eben unauffälligen Gemälde vorbei. Es zeigt einen gelbleuchtenden Plastikeimer, der wie eine Sonne über einer Straße strahlt, die wiederum nur aus Plastik-Blumentöpfen besteht. Moderne Kunst könnte man meinen, für Frau Baturina ist es mehr: Es ist das Symbol für ihren Aufstieg zur reichsten Frau Russlands. Ihr Vermögen wird vom US-Magazin „Forbes“ inzwischen auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt.

Eine Zahl, die die Frau mit dem blonden Pagenschnitt, die sich so gerne ganz in Schwarz kleidet, nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert: „Die Forbes-Liste hat mir sehr viel Promotion gebracht. Wir werden jetzt zugeschüttet mit gemeinsamen Projektangeboten und Offerten ausländischer, sehr seriöser Firmen.“ Ob die genannte Summe stimme, umkreist die Frau, die sich selbst gut 150 000 Dollar Monatsgehalt gewährt, so: „Das kann mehr sein oder weniger. Je nachdem, wie man rechnet.“ Freies Kapital aber habe sie nicht, „ich brauche für meine Vorhaben ständig frisches Geld“.

Tatsächlich macht Jelena Baturina mittlerweile in einem halben Dutzend verschiedenster Sparten gute Geschäfte: Sie ist mit ihrer Inteko-Holding, an der ihr 99 Prozent der Anteile gehören, größte Bauherrin des riesigen Landes, sie hat eine eigene Bank, mischt in der Zementindustrie mit und betreibt auch Landwirtschaft. Weil die 41-Jährige aber gleichzeitig mit dem Moskauer Bürgermeister Jurij Luschkow verheiratet ist, werfen ihr Kritiker immer wieder Vetternwirtschaft vor.

Doch sie weist alle Verdächtigungen zurück, ihr Mann, der „Mer“ – wie in Moskau das Stadtoberhaupt genannt wird –, fördere ihre Geschäfte: „Der Bürgermeister leitet meine Firma nicht. Es kann also nur um Vorteile gehen, die die Stadt meinem Unternehmen gewährt, aber da soll mir einer Fakten darüber bringen. Ich kenne keine“, sagt sie energisch. Sie habe sogar alle Ausschreibungen für Baugrundstücke verloren und „alle Grundstücke legal auf dem Sekundärmarkt gekauft“. Was ja kaum für „Connections“ ins Bürgermeisteramt spreche. Allerdings finden sich auf der offiziellen Internetseite der Stadtregierung auch gemeinsame Immobilienprojekte einer städtischen Präfektur, des staatlichen Bauamts und Inteko – unterschrieben von Bürgermeister Luschkow.

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