Ford Deutschland

Bernhard Mattes räumt den Chefsessel

Nach 14 Jahren als Deutschland-Chef bei Ford wechselt Bernhard Mattes in den Aufsichtsrat. Doch der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland hat auch weiterhin klare Vorstellungen für die Ford-Zukunft.
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Die Autoindustrie war schon immer das Metier des Deutschland-Chefs von Ford. Quelle: dpa
Bernhard Mattes

Die Autoindustrie war schon immer das Metier des Deutschland-Chefs von Ford.

(Foto: dpa)

KölnEr ist einer der dienstältesten Autochefs in Deutschland, Fan des Bundesligaclubs 1. FC Köln und fühlt sich dem rheinischen Karneval eng verbunden: Der Manager Bernhard Mattes steht seit 2002 an der Spitze der Geschäftsführung der Ford-Werke in Köln und wird Anfang 2017 seinen Posten für seinen Nachfolger Gunnar Herrmann räumen. Mattes ist ein exzellenter Kenner der Branche. Aber auch darüber hinaus, wenn es um große Themen der Zeitgeschichte geht, wie die überraschende Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA, ist er ein gefragter Interviewpartner.

Seit 2013 ist Mattes nämlich auch Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland und ein Förderer des transatlantischen Handels. Die USA seien in der globalen Welt so vernetzt, da dürften keine Barrieren entstehen, mahnte der 60-jährige Manager kurz nach der US-Wahl in einem Gespräch mit der „Kölnischen Rundschau“. Für die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen wäre eine Politik des Protektionismus nicht hilfreich.

Wie sich die Autoriesen elektrisieren
Unter Strom
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Die Zukunft fährt elektrisch. In einer Studie hat das Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach die elektrischen Strategien untersucht. Insbesondere die deutschen Hersteller müssen nun die Aufholjagd starten, sagen die Wissenschaftler. Was die Konzerne planen – und wie viel elektrische Autos sie in Deutschland verkaufen.

GM (Opel) – Die Rückkehr des Ampera
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Noch im Jahr 2012 wurde der Ampera zu Europas Auto des Jahres gekürt. Wirklich erfolgreich wurde der Plug-in-Hybrid aber nie. Im ersten Halbjahr 2016 verkaufte Opel kein einziges elektrisches oder halbelektrisches Auto. Das soll sich bald ändern. In Paris zeigen die Rüsselsheimer den Ampera-E: ein reines Elektroauto mit 400 Kilometern Reichweite, das mit dem Vorgänger nur den Namen gemein hat.

Ford – Noch einmal mit Gefühl
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Nur zwei Mal wurde der Ford Focus Electric im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Ford hat bei der Elektromobilität bislang wenig zu bieten. Darum sollen nun 4,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung der Elektromobilität investiert werden. Bis 2020 sollen 40 Prozent aller Ford-Modelle elektrifiziert werden.

Toyota – der skeptische Weltmarktriese
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Obwohl die Japaner massiv auf den Hybrid setzen, geht die Elektrifizierung bei Toyota noch nicht sonderlich weit. Gerade einmal 22 Exemplare des Prius Plug-in-Hybrid wurden im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Und ein reines Elektroauto hat Toyota derzeit nicht mal im Angebot.

PSA (Peugeot und Citroen) – Franzosen mit Nachholbedarf
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Die Schwestermodelle Peugeot iOn und Citroen C-Zero kommen langsam in die Jahre. Mickrige 79 Exemplare wurden im ersten Halbjahr in Deutschland zugelassen. Gemeinsam mit Dongfeng haben die Franzosen darum eine Elektro-Plattform entwickelt, auf der bis 2021 sieben reine Elektroautos entstehen sollen. Insgesamt will PSA bis dahin elf elektrische Modelle anbieten.

Hyundai-Kia – Elektrooffensive aus Korea
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Die koreanischen Schwesterkonzerne wollen bei der elektrischen Mobilität vornewegfahren. Die 302 verkauften Elektroautos im ersten Halbjahr gehen vor allem auf das Konto des Kia Soul EV. Mit dem neuen Ioniq will Hyundai als erster Hersteller ein Modell anbieten, das als Hybrid, Plug-in-Hybrid und als reines Elektroauto erhältlich sein soll.

Geely (Volvo) – Schwedischer Herzschlag
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Wer große SUV wie den Volvo XC90 baut, der braucht elektrische Hilfe – schon alleine um die strengen Abgaswerte einzuhalten. Rund 468 Plug-in-Hybride haben die Schweden mit der chinesischen Mutter im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. 2019 soll das erste Elektroauto mit einer Reichweite von 500 Kilometern vorgestellt werden.

Mattes bleibt aber ganz Realist, wenn er sagt: Ford wolle auch mit der neuen Administration wichtige Themen gemeinsam angehen – Fragen um das autonome Fahren zum Beispiel oder um Abgasregelungen. Erst vor einem Jahr hatte der Dieselskandal bei VW kein gutes Licht auf die deutschen Autobauer geworfen. Über die Manipulationen sagt Mattes heute: „Es ist wichtig, mehr Transparenz für die Verbraucher zu schaffen. Dazu gehören realitätsnahe Testverfahren“.

Die Autoindustrie war schon immer das Metier des diplomierten Ökonomen. Nach seinem Studium heuerte der gebürtige Wolfsburger, dessen Vater bei VW eine leitende Funktion bekleidet hatte, bei BMW an und sammelte Erfahrungen in verschiedenen Positionen im Vertrieb. Dann ging er Ende der 90er Jahre zur Konkurrenz nach Köln.

Basisnah und ohne Starallüren
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