Forschung
Warum Ausdauersportler die besseren Chefs sind

Ein Forscherteam der Universität Bamberg untersucht die Parallelenzwischen Führungskräften und Ausdauersportlern. Am Triathlon werden Auswirkungen extremen Ausdauersports auf die Führungspersönlichkeit näher betrachtet.
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Wissenschaftler haben sich in der Vergangenheit vor allem mit Teamsportarten beschäftigt, um Erkenntnisse über Teamgeist und Führungsstil zu gewinnen. Welche Parallelen existieren jedoch zwischen Führungskräften und Ausdauersportlern, insbesondere Triathleten? Diese Fragestellung bildet den Kern der vorliegenden Untersuchung: Hat der Triathlon positive Auswirkungen auf die Führungspersönlichkeit? Die empirischen Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass die sportliche Betätigung im Langdistanztriathlon (Ironman) über die Kompensation beruflicher Belastungen hinausgeht. Im Ausdauersport, insbesondere im Triathlon, werden Fähigkeiten ausgebaut, die in das berufliche Handlungsfeld übertragen werden und die für die Erfüllung von Führungsanforderungen hilfreich sind.

Phänomen Führungskraft

Der Begriff Führungskraft wird in der Praxis unterschiedlich verwendet. Besonders in Unternehmen mit einer ausgeprägten Leistungstiefe beschränkt sich der Begriff nicht ausschließlich auf die oberen Hierarchiestufen. Führungskräfte lassen sich demnach in den unterschiedlichen Leitungsebenen eines Unternehmens identifizieren. Sie werden nicht ausschließlich über die Position innerhalb einer Organisation, sondern vielmehr aus der Perspektive ihres Verantwortungsbereiches definiert.

Führungskompetenz unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren. Grundsätzlich können die Anforderungen an Führungskräfte nach einem funktions-, einem handlungs- sowie einem personenbezogenen Ansatz systematisiert werden. Die Kombination dreier Ausdauerdisziplinen ermöglicht es, die körperlichen und mentalen Grenzen der Sportler in neuen Dimensionen zu betrachten. Für die Suche nach Parallelen zwischen Führungskräften und Ausdauersportlern scheint daher besonders der Ironman (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen) als Extremvariante des Triathlon geeignet. Als disziplinübergreifender Sport stellt Triathlon hohe Anforderungen an die Langzeitausdauer.

Körperliche Fitness dient in erster Linie als solide Basis für die psychologische Belastbarkeit. Zudem muss ein Triathlet vorrangig über die Fähigkeit verfügen, sich selbst zu motivieren. Sowohl im Training als auch im Wettkampf werden hohe Anforderungen an das Durchhaltevermögen gestellt. Durchhaltevermögen wird dabei oftmals in einem Atemzug mit der psychischen Fähigkeit der Willenskraft genannt. Neben den eigentlichen Sportarten zeichnet sich der Triathlon besonders durch die Existenz und Notwendigkeit von Übergängen zwischen drei (eigenständigen) Teildisziplinen aus.

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Kommentare zu " Forschung: Warum Ausdauersportler die besseren Chefs sind"

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  • Wer möchte eigentlich diese Killermaschinen als Vorgestzten haben? Sollte nicht das weibliche Prinzip gefördert werden?

  • ich kann, darf und muss das bestätigen. Hier angeeignete und optimierte Fähigkeit zur eigenen Zielsetzung und Erreichung helfen auch im beruflichen Umfeld. Darüber hinaus trägt sie dazu bei, meine Erkrankung mit gezieltem Wiederaufbau zu bewältigen, nachdem inzwischen der starke Ermüdungseinfluss durch eine OP-Methode beseitigt werden konnte.

  • Genau so ist es: bestimmte Persönlichkeitsmerkmale sind im Sport genauso wie als Führungskraft hilfreich.
    ich behaupte sogar, daß es bei individual-Sportarten eine größere Solidatität gibt als bei Manschafts-Sportarten. Der individual-Sportler kämpft stärker gegen die Zeit als gegen den "Gegner". Es ist ja eher und leicht erkennbar die eigene Schuld wenn man langsamer oder mal nicht so fit ist. Die Mannschaftssportler findet beim Versagen der Mannschaft schnell die Schuld bei anderen. Ergo : der individualsportler scheint zwar eher egoistisch, ist aber auch viel selbstkritischer und sucht die Schuld nicht bei Anderen. Zum Mannschaftsport sage ich lieber nichts, denn jeder kennt ja die unendlich langweiligen interviews darüber warum die Mannschaft verloren hat.

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