„Fortune“-Ranking der Top-Managerinnen
Deutsche bringen’s einfach nicht

Das weltweite Ranking von Top-Managerinnen wird immer peinlicher: Deutschland kann nicht eine Top-Managerin vorweisen. Warum schaffen es nur die deutschen Frauen nicht? An fehlender Kinderbetreuung – die es in Frankreich ja gibt – kann es alleine nicht liegen.

LOS ANGELES. Heute sitzen so viele Frauen in den Chefsesseln von Mega-Unternehmen wie nie. Pepsi, eBay, ADM, Kraft Foods, Avon – die Liste der frauengeführten Unternehmen in den USA wird länger. „Immer mehr Großunternehmen vertrauen Frauen die Leitung ihrer Geschicke an“, urteilt Joie Gregor, Headhunter von Heidrick & Struggles. Personalberater Joe McCormack von McCormack & Associates ergänzt: „Frauen repräsentieren heute das Level von Selbstvertrauen, das bisher Männern vorbehalten war.“

Das zeigt auch das US-Top-Managerinnen-Ranking „50 Most Powerful Woman“ des US-Wirtschaftsmagazins „Fortune“. Die erste große Überraschung landete Archer Daniels Midland (ADM) im Frühjahr, als die Ex-Chevron-Managerin Pat Woertz – im US-Ranking auf Platz vier – das Ruder übernahm. Im Juni gleich der nächste Schock für die Macho-Geschäftswelt: Kraft Foods heuerte Irene Rosenfeld als Chefin an.

Der größte US-Coup: die Inderin Indra Nooyi, die im August die Geschäftsführung von Getränkegigant Pepsi übernahm. Größe, Wichtigkeit und der Gesundheitszustand der Firma waren die drei wichtigsten Faktoren für „Fortune“. Dort steht die zweifache Mutter Nooyi, 50, auf Platz eins der Rangliste. Im vergangenen Jahr war es noch Meg Whitman, 50, von eBay, die dieses Jahr auf dem dritten Platz ist.

Nooyi ist die Tochter eines Bankiers und einer Hausfrau aus Indien. Mit 23 Jahren graduierte sie an der Elite-Uni Yale. „Damals hatte ich keinen Cent in der Tasche für einen ordentlichen Hosenanzug“, erinnert sich Nooyi, die ein geschätztes Jahreseinkommen von 56 Millionen Dollar hat. „Als Frau musst du – willst du die Spitze erreichen – härter arbeiten als jeder Mann“, urteilt die Managerin, die vor fünf Jahren als Finanzchefin bei Pepsi angeheuert hatte. Vor allem ihre Vision, dass Pepsi „sich ständig neu erfinden muss“, trägt maßgeblichen Anteil daran, dass der Brauseproduzent unter ihrer Führung ein Aktienplus von über 60 Prozent verzeichnete. Vegetarierin Nooyi setzt auf gesunde Snacks, neue Getränke, neue Märkte.

Auf Platz zwei der US-Top-Managerinnen steht die toughe Anne Mulcahy, 53. Sie rettete Xerox vor dem Bankrott durch geschickte Führung – Xerox launchte im vergangenen Jahr 49 neue Produkte –, vervierfachte den Aktienkurs auf 15 Dollar. Ihren Nachfolger hat Mulcahy schon ausgeguckt – wieder eine Frau. Ursula Burns – auf Platz 27 – kümmert sich heute um mehrere Xerox-Geschäfte.

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