Franchise
Industrie geht auf die Straße

Angesichts sinkender Verkäufe und der Krise im Facheinzelhandel gehen deutsche Industrieunternehmen verstärkt selbst in den Handel. Franchise ist dabei das System der Wahl, um Kunden zu locken und den Absatz anzukurbeln.

DÜSSELDORF. Der Hersteller bietet seine Marke, der Franchisepartner die Erfahrung im Handel oder im Service.

„Franchise ist die strategische Antwort der Industrie auf die Absatzeinbrüche der vergangenen Jahre“, sagt Torben Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbands. Das Spezialchemieunternehmen Degussa etwa forciert mit seiner Tochter Relius die Handelsaktivitäten. Unter dem Namen „Point of Colour“ betreibt der Hersteller von Baufarben und Industriebeschichtungen bundesweit Farbenfachgeschäfte.

Die 19 Point of Colour-Filialen sind exklusive Verkaufspunkte für die Marke Relius. Der Fachmarkt ist mit Experimentierflächen und fachlicher Beratung Anlaufpunkt sowohl für professionelle Handwerker als auch für Heimwerker – ein Konzept, das Relius weder in Baumärkten noch in kleinflächigen Malerbedarfsläden umsetzen konnte. „Uns blieb keine Wahl als selbst aktiv zu werden“, sagt Norbert Reukes, Leiter Einzelhandel und Franchise bei Relius.

Die Point of Colour-Filialen laufen gut. In einem laut Statistischen Bundesamt leicht rückläufigen Markt für Baubedarf wachsen die Filialen flächenbereinigt zweistellig. Bis 2010 sollen 50 weitere „Points“ eröffnet werden. Finanzierungssorgen hat Reukes keine: „Franchise erlaubt uns schneller zu wachsen als wir finanzielle Mittel haben.“

Das Engagement lohnt sich nicht nur bei der Degussa-Tochter. 44 Mrd. Euro setzte die deutsche Franchise-Wirtschaft 2005 nach einer Prognose des Branchendienstes Forum um. „Franchise hat keine Sonderkonjunktur“, erläutert Forum-Geschäftsführer Felix Peckert, „vielmehr kommen die selbstständigen Franchisenehmer mit starken Marken im Rücken besser mit der Konsumkrise zurecht.“

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