Francioni-Nachfolge
Investmentbanker Kengeter wird Deutsche-Börse-Chef

Carsten Kengeter wird neuer Vorstandschef des größten Börsenbetreibers Deutschlands. Der Manager bringt Erfahrungen von zahlreichen Großbanken mit. Ein anderer im Vorstand hat seinen Vertrag verlängert.
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FrankfurtDer Investmentbanker Carsten Kengeter wird neuer Chef der Deutschen Börse. Der 47-Jährige wird nach der Hauptversammlung im Mai nächsten Jahres die Nachfolge von Reto Francioni antreten. Francionis Vertrag beim größten deutschen Börsenbetreiber wäre eigentlich noch bis Oktober 2016 gelaufen. Der Schweizer hat Insidern zufolge jedoch deutlich gemacht, dass er zu einem früheren Rückzug bereit ist, wenn vorher ein geeigneter Nachfolger gefunden wird. „Wir sind Herrn Reto Francioni für seine uneingeschränkte Unterstützung bei diesem für die Deutsche Börse so wichtigen Generationenwechsel sehr dankbar“, sagte Aufsichtsratschef Joachim Faber am Montag.

Kengeter hat viele Jahre für Goldman Sachs und UBS gearbeitet. Bei den Schweizern wurde er zeitweise sogar als künftiger Vorstandschef gehandelt. Mitte 2013 kehrte er dem Züricher Geldhaus jedoch den Rücken und unterrichtete seitdem an der renommierten London School of Economics. Kengeter soll spätestens im April 2015 in den Vorstand der Deutschen Börse einziehen und zum 1. Juni den Chefposten übernehmen.

Francioni sitzt seit 17 Jahren im Vorstand der Deutschen Börse und steht seit knapp zehn Jahren an der Spitze des Betreibers der Frankfurter Börse. Eine seiner größten Niederlagen war die geplatzte Fusion mit der New York Stock Exchange, die 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter scheiterte. Seitdem hat das Unternehmen großen Fusionen abgeschworen und setzt notgedrungen auf Wachstum aus eigener Kraft. Besonders in Asien möchte die Deutsche Börse in den kommenden Jahren zulegen.

„Alles hat einmal ein Ende, auch wenn es mir nicht leicht fällt, diesen Schritt zu tun“, sagte Francioni am Montag. Aus seiner Sicht hat die Deutsche Börse mit Kengeter, an dessen Auswahl er beteiligt war, einen guten Nachfolger gefunden. Zudem seien wichtige Weichenstellungen erfolgt, sagte der 59-Jährige. „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, diesen Wechsel zu vollziehen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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