Management
Francioni soll neuer Börsen-Chef werden

Die Führungskrise bei der Deutsche Börse ist beendet. Der Präsident der Schweizer Börse SWX, Reto Francioni, soll Nachfolger des im Mai gestürzten Vorstandsvorsitzenden Werner Seifert werden.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Führungskrise bei der Deutsche Börse ist beendet. Der Präsident der Schweizer Börse SWX, Reto Francioni, soll Nachfolger des im Mai gestürzten Vorstandsvorsitzenden Werner Seifert werden.

Darauf einigte sich am Montag der Personalausschuss des Aufsichtsrates des Frankfurter Börsenbetreibers. Der Aufsichtsrat muss der Personalie in seiner nächsten Sitzung am 10. Oktober noch zustimmen. Dann soll auch über die freien Posten in dem Aufsichtsgremium abgestimmt werden.

Er fühle sich „sehr geehrt“ über diese Nominierung, erklärte Francioni in Zürich. Gleichzeitig schlug er Antoinette Hunziker-Ebneter (45) als seine Nachfolgerin bei der Schweizer Börse SWX vor.

Der Vorschlag zur Bestellung von Francioni sei „das Ergebnis eines intensiven und straff geführten Suchprozesses unter Topmanagern in Europa und den USA“, teilte die Deutsche Börse AG mit. An der Sitzung des vierköpfigen Personalausschusses in Frankfurt nahm dem Vernehmen nach auch der designierte Aufsichtsratschef Kurt Viermetz teil.

Viermetz wird am 10. Oktober Rolf Breuer ablösen, der nach dem Dauerstreit mit Kritikern um den britischen Hedge-Fonds TCI erklärt hatte, spätestens zum Jahresende sein Amt aufzugeben. Der 50-jährige Francioni arbeitete bereits 1993 bis 1999 in Frankfurt und gilt als Erfinder des Neuen Marktes. Im Jahr 2000 verließ der Wertpapierexperte die Deutsche Börse, nachdem er sich mit Seifert überworfen hatte.

Seifert, wie Francioni Schweizer, war nach der missglückten Übernahme der Londoner Börse (London Stock Exchange/ LSE) Anfang Mai von Großaktionären um TCI zum Rücktritt gezwungen worden. Francioni war bereits damals als Nachfolger gehandelt worden, hatte aber noch Ende vergangener Woche erneute Berichte über einen Wechsel nach Frankfurt als „reine Spekulation“ bezeichnet.

In der Aufsichtsratssitzung am 10. Oktober, in der Viermetz die Führung des Kontrollgremiums von Rolf Breuer übernehmen wird, will der Personalausschuss zudem Kandidaten für die freien Sitze in dem Gremium vorschlagen: Deutsche-Bank-Vorstand Hermann-Josef Lamberti, Eon-Finanzvorstand Erhard Schipporeit sowie Richard Berliand und Craig Heimark aus den USA. Damit nähert sich der von den Kritikern um TCI geforderte personelle Umbau der Börse dem Ende.

Gegen die Wahl Francionis regt sich indes auch Widerstand. In Börsenkreisen wird ihm vorgehalten, in seiner Zeit an der Spitze der SWX nicht durch Innovationen aufgefallen zu sein. Zu einem Bericht des „Handelsblattes“ (Montag), das oberste Kontrollgremium der Frankfurter Wertpapierbörse FWB sei gegen Francioni und suche nach Alternativen, sagte Börsenratchef Lutz Raettig der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX: „Der Börsenrat hat keine Stellungnahme zu Francioni abgegeben und Personalfragen sind auch nicht seine Angelegenheit.“

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